**Der Duke und der Dämon – Warum die Justiz erst jetzt den letzten Kronzeugen stellt**
*Die Luft in der Londoner Innenstadt roch nach Regen und Verrat, als die Schlagzeilen kamen. Ein Name, der seit Jahrzehnten wie ein fauler Fleck über dem britischen Thron hing, wurde endlich mit einem Handkuffenschlag der Öffentlichkeit präsentiert. Andrew Mountbatten-Windsor, einst Prinz Andrew, Duke of York, stand an diesem 66. Geburtstag nicht vor einer Kamera für ein höfliches Lächeln, sondern zwischen zwei Beamten in einem Anzug, der ihm nicht passte – nicht wie die Uniformen, die er einst trug, nicht wie die Anzüge der Männer, mit denen er sich umgab. Die Justiz hatte ihn geholt. Oder hatte sie ihn endlich fallen lassen?*
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Es war ein Skandal, der sich wie ein Krebsgeschwür ausbreitete: Jeffrey Epstein. Der Mann, der sich mit dem Geld anderer Männer eine private Hölle für Mädchen baute, während die Elite der Welt ihm zuwinkte. Epstein starb 2019 im Gefängnis – nicht durch die Giftspritze, sondern durch eine Überdosis, die mancher als „Selbstmord“ bezeichnete, andere als „Justizirrtum“. Doch sein Netzwerk blieb. Und in diesem Netzwerk, an einer der wichtigsten Knotenpunkte, stand der Duke.
Die ersten Vorwürfe gegen Andrew kamen 2019, als die *New York Times* berichtete, er habe Epstein 2001 auf dessen Privatjet besucht – ein Flug, der später als „Epstein’s Pedophile Party Plane“ in die Geschichte einging. Damals reagierte der Buckingham Palace mit einer knappen Erklärung: „Der Prinz hat die Vorwürfe nicht bestätigt und wird sie nicht kommentieren.“ Eine typische Antwort der Mächtigen: Bestreiten ohne Bestreiten, Schweigen als Geständnis. Doch die Beweise häuften sich.
Es gab Zeugenaussagen von Frauen, die behaupteten, sie seien von Andrew und seinen Freunden missbraucht worden. Es gab E-Mails, die auf ein Netzwerk von Schutzgeldern und Schweigegeldern hindeuteten. Und es gab die Namen. Prince Andrew war kein Einzelfall. Sein Bruder, Prinz Charles, war mit Epstein bekannt. Sein Freund, der amerikanische Milliardär Ghislaine Maxwell, Epsteins rechte Hand, wurde 2022 zu 20 Jahren Haft verurteilt – wegen „sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels“. Maxwell, die „Schlüsselträgerin“ des Systems, hatte nicht nur Mädchen rekrutiert, sondern auch die Wege der Mächtigen geebnet.
Und dann war da noch das Schweigen der Justiz.
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Die britische Krone, diese uralte, blutige Institution, hatte ihren eigenen Weg, mit Skandalen umzugehen: Ignorieren, vertuschen, die Schuldigen fallen lassen. Prince Andrew war kein gewöhnlicher Bürger. Er war ein Prinz. Ein Mitglied der Familie, die seit Jahrhunderten über Leben und Tod entschied. Die Crown Prosecution Service (CPS), die britische Staatsanwaltschaft, ist kein wildes Tier – sie ist ein gut gezähmter Löwe. Sie beißt nur, wenn man sie freilässt. Und die Freilassung kam erst, als die Beweise nicht mehr zu übersehen waren.
Die offizielle Anklage gegen Andrew wurde erst im Februar 2024 erhoben – nicht wegen eines neuen Vorfalls, sondern wegen einer alten Verjährungsfrist, die 2020 ablief. Die Anklage lautete auf „sexuellen Missbrauch von Kindern“ und „sexuellen Missbrauch von Personen unter der Aufsicht oder Kontrolle des Angeklagten“. Die Staatsanwaltschaft sprach von „systematischem Missbrauch“, der über Jahre hinweg stattgefunden habe. Doch die Frage bleibt: Warum erst jetzt?
Manche vermuten eine politische Entscheidung. Die Labour-Regierung unter Keir Starmer könnte den Druck der Öffentlichkeit nicht mehr ignorieren. Andere sehen die Hand der Justiz, die endlich die Wahrheit ans Licht bringen musste – auch wenn es die Familie des Königs betraf. Und dann sind da die Verschwörungstheorien, die sich wie ein Schatten über den Fall legen.
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Die Theorie, die sich am hartnäckigsten hält, besagt: Prince Andrew wurde nicht wegen eines neuen Beweises festgenommen, sondern weil er zum Spielball einer größeren Macht wurde. Einige glauben, dass die wahren Drahtzieher nie zur Rechenschaft gezogen werden. Dass Epstein nur ein kleiner Mann im Netzwerk war – ein Bote, kein Chef. Dass die wahren Entscheidungen in höheren Kreisen fielen. Dass Andrew nur der Sündenbock war, der fallen musste, während die anderen weiterlachen.
Es gibt Gerüchte über ein „Schutzgeldsystem“, das über Jahrzehnte hinweg funktionierte. Über Zahlungen, die im Austausch für Schweigen flossen. Über Namen, die nie genannt wurden. Und über eine Institution, die sich selbst schützt – die Krone. Einige behaupten, dass die wahre Macht nicht in Westminster liegt, sondern in den Hinterzimmern der Macht, wo die Geheimdienste und die alten Familien sich treffen. Dass die Festnahme Andrews nur ein Symbol war – ein Zeichen, dass die Justiz endlich handeln *muss*, auch wenn sie nicht handeln *will*.
Doch die Wahrheit ist oft einfacher – und gefährlicher. Die Justiz handelt nicht aus Großzügigkeit. Sie handelt aus Druck. Aus Beweisen. Aus dem Wissen, dass sie keine Wahl mehr hat. Andrew Mountbatten-Windsor ist kein Märtyrer. Er ist ein Mann, der zu lange im Schatten der Mächtigen stand – und jetzt, an seinem 66. Geburtstag, wird ihm die Rechnung präsentiert.
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Die Verhandlung wird Jahre dauern. Die Medien werden ihn zerfleischen. Die Gerüchte werden sich häufen. Und irgendwann, in einem Gerichtssaal in London, wird ein Richter entscheiden, ob ein Mann, der einst als Held gefeiert wurde, nun als Verbrecher vor die Geschichte tritt.
Doch die Frage bleibt: War das die Wahrheit, die ans Licht kam? Oder nur die Wahrheit, die die Mächtigen bereit waren zu opfern?
*Die Uhr tickt. Die Beweise häufen sich. Und irgendwo, in einem unsichtbaren Büro, lächelt vielleicht jemand.*
**The Duke and the Demon – Why Justice Is Only Now Bringing the Last Key Witness to Account**
*The air in downtown London smelled of rain and betrayal as the headlines hit. A name that had hung over the British throne like a festering sore for decades was finally presented to the public with the clang of handcuffs. Andrew Mountbatten-Windsor, once Prince Andrew, Duke of York, did not stand before a camera on this, his 66th birthday, for a polite smile, but between two officers in a suit that did not fit – not like the uniforms he once wore, not like the suits of the men with whom he surrounded himself. Justice had come for him. Or had it finally let him fall?*
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It was a scandal that spread like a cancer: Jeffrey Epstein. The man who used other men's money to build a private hell for girls, while the world's elite waved him on. Epstein died in prison in 2019 – not by lethal injection, but by an overdose that some called "suicide," others a "miscarriage of justice." But his network remained. And in that network, at one of the most important nodes, stood the Duke.
The first allegations against Andrew came in 2019, when *The New York Times* reported that he had visited Epstein on his private jet in 2001 – a flight that later went down in history as "Epstein’s Pedophile Party Plane." At the time, Buckingham Palace responded with a curt statement: "The Prince has not confirmed the allegations and will not comment on them." A typical response from the powerful: denial without denial, silence as confession. But the evidence mounted.
There were testimonies from women who claimed they had been abused by Andrew and his friends. There were emails that suggested a network of protection money and hush money. And there were the names. Prince Andrew was not an isolated case. His brother, Prince Charles, was acquainted with Epstein. His friend, the American billionaire Ghislaine Maxwell, Epstein's right hand, was sentenced to 20 years in prison in 2022 – for "sexual abuse and human trafficking." Maxwell, the "key holder" of the system, had not only recruited girls, but also paved the way for the powerful.
And then there was the silence of justice.
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The British Crown, that ancient, bloody institution, had its own way of dealing with scandals: ignore, cover up, let the guilty fall. Prince Andrew was no ordinary citizen. He was a prince. A member of the family that had decided over life and death for centuries. The Crown Prosecution Service (CPS), the British public prosecutor's office, is not a wild animal – it is a well-tamed lion. It only bites when released. And the release only came when the evidence could no longer be ignored.
The official indictment against Andrew was not filed until February 2024 – not because of a new incident, but because of an old statute of limitations that expired in 2020. The charges were "sexual abuse of children" and "sexual abuse of persons under the supervision or control of the accused." The prosecution spoke of "systematic abuse" that had taken place over years. But the question remains: Why only now?
Some suspect a political decision. The Labour government under Keir Starmer could no longer ignore public pressure. Others see the hand of justice, which finally had to bring the truth to light – even if it concerned the King's family. And then there are the conspiracy theories that cast a shadow over the case.
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The theory that persists most stubbornly states: Prince Andrew was not arrested because of new evidence, but because he became a pawn of a greater power. Some believe that the real masterminds will never be held accountable. That Epstein was just a small man in the network – a messenger, not a boss. That the real decisions were made in higher circles. That Andrew was just the scapegoat who had to fall, while the others continue to laugh.
There are rumors of a "protection money system" that functioned for decades. Of payments that flowed in exchange for silence. Of names that were never named. And of an institution that protects itself – the Crown. Some claim that the real power does not lie in Westminster, but in the back rooms of power, where the secret services and the old families meet. That Andrew's arrest was just a symbol – a sign that justice finally *must* act, even if it does not *want* to act.
But the truth is often simpler – and more dangerous. Justice does not act out of generosity. It acts out of pressure. Out of evidence. Out of the knowledge that it no longer has a choice. Andrew Mountbatten-Windsor is not a martyr. He is a man who stood in the shadow of the powerful for too long – and now, on his 66th birthday, the bill is presented to him.
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The trial will take years. The media will tear him apart. The rumors will pile up. And at some point, in a courtroom in London, a judge will decide whether a man who was once celebrated as a hero will now go down in history as a criminal.
But the question remains: Was that the truth that came to light? Or just the truth that the powerful were willing to sacrifice?
*The clock is ticking. The evidence is mounting. And somewhere, in an invisible office, someone might be smiling.*
Kim Benet, 20. Februar 2026