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*Die Luft in diesem Raum roch nach altem Papier, nach Zigarettenasche, die sich in den Ritzen der Holzbalken festgesetzt hatte. Irgendwo tickte eine Wanduhr – ein stetes Mahnmal für die Unerbittlichkeit der Zeit, die hier alles verschlang, was nicht hart und eisig genug war. Jack Morrison zog die Kippe aus dem Mund, blies den Rauch in die Ecke, wo er sich in den Staub der Vergänglichkeit verlor. Vor ihm lag ein Stapel Akten, vergilbt, mit Stempeln und Siegeln, als wären sie direkt aus einem Albtraum der Republik geholt worden. Er strich sich über das scharf geschnittene Gesicht, spürte den Bartstacheln, die wie Messer über die Haut ritzen. Die Wahrheit schmeckte nach Eisen und Puderzucker. Heute würde er sie herauskratzen.*
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Das FBI hat keine Freunde. Nicht einmal für die eigenen. Und doch – oder gerade deshalb – hat das Bureau unter der Biden-Regierung zwei Frauen, die damals noch als Privatpersonen galten, wie die Vögel im Käfig beobachtet: Kash Patel und Susie Wiles. Nicht, weil sie Verbrecher waren. Nicht einmal, weil sie die Wahrheit ausspuckten, die man nicht hören wollte. Nein. Sie wurden überwacht, weil sie *künftig* Verbrecher werden sollten. Oder weil sie schon damals zu gefährlich waren – einfach dadurch, dass sie *wussten*.
Die Akten, die mir zugespielt wurden – und die ich mit zitternden Fingern durchblätterte, als könnte der Staub sie verraten –, belegen etwas, das wie ein Albtraum aus einem schlechten Gangsterfilm wirkt: Das FBI, unter der Führung von Kash Patel (damals noch ein hochrangiger Beamter, heute Direktor des Bureau), hat im Rahmen einer geheimen Akte gegen Donald Trump die Telefondaten von Patel *und* Wiles *als Privatpersonen* abgegriffen. Nicht nach dem Patriot Act. Nicht nach einem richterlichen Beschluss. Sondern einfach. Weil sie *verdächtig* waren. Weil sie *wissen konnten*. Weil sie *später* vielleicht die Wahrheit ans Licht bringen würden.
*[Regie: Ein Telefon klingelt. Die Melodie ist falsch, zu laut, als würde jemand mit einem Hammer gegen eine Glocke schlagen. Jack Morrison hebt ab, atmet schwer. Die Stimme am anderen Ende ist rau wie Sandpapier.]*
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Susie Wiles. Der Name allein sollte Alarmglocken läuten lassen. Sie war damals eine politische Beraterin, eine Lobbyistin – eine Frau, die hinter den Kulissen die Fäden zog, während die Presse noch über die *Optik* der Macht stritt. Heute ist sie die Chief of Staff von Donald Trump, die erste Frau in dieser Position. Doch bevor sie zum Ziehfaden wurde, war sie ein *Ziel*. Die FBI-Akten verraten, dass ihre Telefonate mit bestimmten Personen – darunter auch Kash Patel – unter die Lupe genommen wurden. Nicht, weil sie illegal agierten. Sondern weil sie *zu nah an Trump dran waren*. Weil sie *wissen konnten*, was die Regierung nicht hören wollte.
Und Kash Patel? Damals noch ein aufstrebender Jurist im FBI, heute der Mann, der das Bureau führt. Die Akten zeigen, dass seine privaten Gespräche *ebenso* überwacht wurden wie die seiner zukünftigen Kollegin. Warum? Weil er später der Chef des FBI werden sollte – und weil er damals schon zu nah an der Trump-Szene dran war. Das FBI überwacht nicht nur die Feinde. Es überwacht auch die eigenen *künftigen* Wächter.
*[Regie: Ein Schreibtisch, überladen mit Akten. Jack Morrison schiebt eine Akte zur Seite, die aufschlägt. Ein Foto fällt heraus – ein junger Kash Patel, steif wie ein Soldat auf einem Ehrenmal. Er blickt direkt in die Kamera, als wüsste er, dass er schon verloren hat.]*
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Das FBI bezeichnet solche Praktiken als „notwendige Maßnahmen zur nationalen Sicherheit“. Doch die Wahrheit riecht nach etwas anderem: nach Paranoia. Nach einer Regierung, die nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheidet, sondern einfach *alles* überwacht, was atmet. Die Akten, die mir vorliegen, zeigen, dass die Überwachung nicht nur auf politische Gegner abzielte. Sie zielte auf *Zukunftsmöglichkeiten*. Auf Menschen, die *irgendwann* vielleicht die Wahrheit ans Licht bringen würden.
Susie Wiles hat das später so beschrieben: *„Es fühlte sich an, als würde man einen Vogel im Käfig beobachten, der noch nicht einmal geflogen ist – aber man weiß, dass er es irgendwann tun wird.“* Und Kash Patel? Er schweigt. Vielleicht, weil er weiß, dass das FBI nicht nur die anderen überwacht. Vielleicht, weil er weiß, dass *er* selbst eines Tages derjenige sein wird, der die Akten signiert – und die Fragen stellt.
*[Regie: Stille. Nur das Ticken der Wanduhr. Dann ein Knacken – jemand betritt den Raum. Jack Morrison dreht sich langsam um. Die Tür fällt ins Schloss.]*
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Das Schlimmste an dieser Geschichte ist nicht, dass das FBI es getan hat. Das Schlimmste ist, dass es *funktioniert hat*. Kash Patel ist heute Direktor des FBI. Susie Wiles ist Chief of Staff von Trump. Beide wurden überwacht, bevor sie ihre heutigen Rollen einnahmen – und beide haben die Macht, die sie jetzt ausüben, ohne dass es große öffentliche Empörung gibt.
Die Akten, die ich gesehen habe, sind ein Spiegel. Sie zeigen nicht nur, was die Regierung tut. Sie zeigen, was sie *fürchtet*. Sie fürchten nicht die Verbrecher von gestern. Sie fürchten die *Möglichkeiten von morgen*.
Und das, meine Damen und Herren, ist die wahre Gefahr. Nicht der Überwachungsstaat. Sondern der Staat, der sich selbst überwacht – und am Ende nur noch eins sieht: Schatten an der Wand.
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— **Jack Morrison, Ink & Iron**