**Die heile Welt des Gianni Infantino**
Der Fußball ist ein Geschäft, und Gianni Infantino, der Mann mit dem Lächeln des perfekten Verkäufers, verkauft gerade wieder eine Lüge. Während in Mexiko die Straßen von Blut und Tränen gezeichnet werden, während die Schatten der Kartelle länger werden als die Schatten der Spielzüge, während die Polizei in den Slums von Mexiko-Stadt die Augen vor der Realität verschließt, da strahlt der FIFA-Präsident und redet von „aufregenden Herausforderungen“ und „einem fantastischen Turnier“. Der Konföderationen-Pokal 2026, so Infantino, werde „ein unvergessliches Spektakel“ – als stünde Mexiko nicht seit Jahren im Bann eines Krieges, der längst über den Fußball hinausgeht.
*Regieanweisung: Hier atmet der Reporter den Gestank des Asphalts, den er durch die Gassen der Stadt geschleift hat, während ihm die Worte der FIFA wie billige Parfümsprays in die Nase steigen.*
Die FIFA hat ein Problem mit der Wahrheit. Oder besser: Sie hat kein Problem damit, sie zu ignorieren. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache als Infantinos Optimismus. Im Jahr 2023 waren in Mexiko über 40.000 Menschen wegen Gewaltverbrechen ermordet worden – eine Zahl, die sich Jahr für Jahr in die Höhe schraubt. Die Kartelle kontrollieren nicht nur die Straßen, sie kontrollieren auch die Stadien, die Hotels, die Verpflegung. Ein Fußballspiel ist dort kein harmloses Spektakel mehr, sondern ein Zielobjekt. Die FIFA weiß das. Sie weiß auch, dass Sicherheitskräfte in Mexiko oft selbst mit den Kriminellen unter einer Decke stecken. Doch das stört den großen Plan nicht. Denn der Fußball ist ein Geschäft, und Geschäfte werden nicht mit Fakten gemacht, sondern mit Versprechungen.
*Regieanweisung: Der Reporter schlägt mit der Faust auf den Tisch, als würde er den Tisch selbst zur Rede stellen. „Wo bleibt die Rechnung?“*
Der Konföderationen-Pokal ist nur die nächste Station in Infantinos grandiosem Plan: die Fußball-WM alle drei Jahre, mehr Geld, mehr Stadien, mehr Länder. Mexiko ist dabei ein perfektes Opfer. Die Infrastruktur ist vorhanden, die Stadien stehen – oder werden schnell nachgerüstet, mit dem Geld der FIFA und der Steuerzahler. Dass dabei Menschenrechte unter den Tisch fallen, dass Arbeiter in Slums gebaut werden, dass die Polizei bei den Spielen im Notfall ausfällt, weil sie selbst beschäftigt ist – das alles gehört zum Spielplan. Die FIFA hat gelernt: Wenn man genug Geld in die Taschen der richtigen Leute steckt, dann sieht man weg. Und wenn man die Medien kontrolliert, dann kann man die Wahrheit auch einfach wegretuschieren.
*Regieanweisung: Der Atem des Reporters wird schneller, die Stimme dringt in die Enge des Büros, als würde sie nach draußen drängen, wo die Wahrheit atmet.*
Doch die Wahrheit hat ein eigenes Stadion, und sie steht in Mexiko-Stadt. Dort, wo die Straßen fließen wie ein offenes Blutgefäß, dort, wo die Polizei manchmal hilft und manchmal mitmacht, dort, wo die Fans nicht mehr nur für den Fußball kämpfen, sondern für ihr Leben. Die FIFA redet von „Sicherheitskonzepten“, von „koordinierten Maßnahmen“, von „internationalen Experten“. Klingt gut. Klingt wie ein Alibi. Denn am Ende geht es nicht um den Konföderationen-Pokal. Es geht um Geld. Es geht um Macht. Es geht um die Illusion, dass man die Welt mit schönen Worten heilen kann, während man sie mit harten Fakten zerstört.
*Regieanweisung: Der Reporter lehnt sich zurück, nimmt einen Schluck Whiskey, den er nicht trinkt. Die Worte bleiben hängen wie Rauch in der Luft.*
Gianni Infantino hat eine Mission: Er will den Fußball zum größten Showbusiness der Welt machen. Dafür opfert er alles – die Regeln, die Moral, die Menschen. Der Konföderationen-Pokal 2026 wird ein Fest der Täuschung. Die FIFA wird strahlen, die Stadien werden voll sein, die Kameras werden laufen. Und irgendwo in den Slums von Mexiko wird ein Mann sterben, weil er zu viel weiß. Weil er gesehen hat, wie der Fußball wirklich aussieht: nicht als Spiel, sondern als Geschäft. Nicht als Kunst, sondern als Betrug.
— Jack Morrison, Ink & Iron