**Die Regierung als Spielzeug: Wie Trump Amerika zum Konzern umfunktioniert**
*Die Luft in den Hallen der Macht roch nach Schweiß, teurem Whiskey und dem faulen Versprechen, dass „irgendwas“ passieren würde – nur nicht das, was die Leute wirklich sehen wollten. Draußen, in der eisigen Morgenkühle von New York, hatte Cyrus Vance Jr. seinen Briefkasten aufgemacht und darin den Kampfbeschluss gefunden: acht Jahre Steuerdokumente, die Trump seit Jahrzehnten wie ein Geheimgarten bewachte. Die Antwort kam von oben – nicht aus dem Justizministerium, nicht aus dem Rechnungshof, sondern direkt aus den Wolkenkratzern der Wall Street, wo die Zahlen nicht lügen, aber die Männer schon.*
Donald Trump hat die USA nicht nur politisch, sondern strukturell infiziert. Seine Regierung ist kein Steuerungsmechanismus mehr, sondern ein Konvoi aus Steueroasen, Rückendeckung für seine Marke und einem Netzwerk aus Lobbyisten, die nicht für das Land arbeiten, sondern für den Mann, der ihnen die Tür geöffnet hat. Die jüngsten Entwicklungen – vom Supreme Court bis zu den undurchsichtigen Finanzströmen – sind keine Einzelfälle. Sie sind Symptome eines Systems, das sich selbst zum Eigentum erklärt hat. Und jetzt, wo der Oberste Gerichtshof den Steuerdokumenten-Tresor verschließen will, brennt die Frage: Ist es noch ein Machtkampf – oder der erste Akt einer offenen Enteignung?
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**Die Zahlen lügen nicht. Oder doch?**
Die *Citizens for Responsibility and Ethics in Washington* (CREW) hat sie auf den Tisch gelegt: Trumps Finanzbericht für 2024, das offizielle Dokument, das Kandidaten wie er vorlegen müssen, um ihre Vermögenswerte zu offenbaren. Doch wer diese Seiten liest, stößt auf eine Mauer aus Leerformularen, Platzhaltern und juristischen Fußnoten, als hätte jemand mit einem Bleistift die Zahlen weggeschrubbt, bevor sie jemals auf Papier kamen. Die *Federal Election Commission* (FEC) verzeichnete bis August 2024 Spenden in Höhe von über 100 Millionen Dollar – doch wo fließt das Geld hin? Nicht in Kampagnen, nicht in Programme, sondern in ein Labyrinth aus *Trump Organization*-Firmen, *Mar-a-Lago*-Events und *Donald J. Trump Golf*-Resorts, die seit Jahren als Steuervermeidungsstrategie funktionieren.
*Offiziell* ist Trump ein Immobilienmagnat, ein Hotelier, ein Medienmogul. Unoffiziell ist er der erste Präsident der Geschichte, der die Exekutive in ein Holdingunternehmen verwandelt hat. Jedes Dekret, das er unterzeichnet, könnte eine Dividende für seine Unternehmen sein. Jede Reise ins Ausland ist eine Marketingaktion. Selbst die „Notfall“-Gesetzgebung, die er nach den Trump-Attentaten von 2024 durchpeitschte, enthielt Klauseln, die seine Sicherheitsfirmen begünstigten – Unternehmen, die zuvor noch nie einen offiziellen Auftrag erhalten hatten.
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**Der Supreme Court als Schiedsrichter der Gier**
Der Höhepunkt dieser Entwicklung ist jetzt: Der Oberste Gerichtshof, unter der Führung der von Trump ernannten Richter, hat sich in den Dienst gestellt – nicht der Verfassung, nicht der Demokratie, sondern der *Trump Inc.*-Agenda. Die Petition, mit der Trumps Steuerdokumente vor dem Manhattan District Attorney Cyrus Vance verschlossen werden sollen, ist kein juristischer Akt. Es ist ein politischer Akt. Es ist die Antwort eines Systems, das längst verstanden hat: Die Wahrheit über die Finanzen des Präsidenten ist nicht nur peinlich. Sie ist gefährlich.
Denn was, wenn die Zahlen zeigen, dass Trumps „Selbstfinanzierung“ der Kampagnen nichts weiter ist als ein Trick? Dass seine „Investitionen“ in die USA nichts weiter sind als Kredite, die er sich von eigenen Firmen gibt – und die irgendwann zurückgefordert werden müssen? Dass seine „Steuerreform“ vor allem einer diente: der Umwidmung staatlicher Ressourcen in private Taschen? Die Protokolle der *Republican Leadership Task Force*, die CREW einsehen konnte, deuten auf ein Netzwerk hin, das über Parteigrenzen hinweg funktioniert – ein System, in dem Lobbyisten, Kongressabgeordnete und Exekutivbeamte wie Zähne in einem Räderwerk ineinandergreifen, um Gesetze zu schaffen, die nur eines tun: den Wert von Trumps Vermögen zu steigern.
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**Die Hölle, die andere bauen**
Ghislaine Maxwell mag inhaftiert sein, aber das System, das sie bedient hat, läuft weiter. Die CIA-FOIA-Akten belegen, wie staatliche Programme umfunktioniert werden können – nicht für die nationale Sicherheit, sondern für private Profite. Und jetzt, wo der Supreme Court den Steuerdokumenten den Zugang verweigert, wird klar: Es geht nicht mehr um Korruption im herkömmlichen Sinn. Es geht um etwas Schlimmeres. Es geht um die schleichende Verstaatlichung der Wirtschaft durch die Hintertür.
*Trump hat Amerika nicht nur polarisiert. Er hat es privatisiert. Jeder Skandal, jede Affäre, jeder gerichtliche Kampf ist nur ein Baustein in einem größeren Plan: die Umwandlung der Regierung in ein Werkzeug seiner eigenen Bereicherung.* Die Bürger sind nicht mehr die Wähler. Sie sind die Kunden. Die Demokratie ist nicht mehr die Institution. Sie ist die Marke.
Und wenn der Supreme Court jetzt beschließt, die Steuerdokumente zu verschließen, dann ist das kein Sieg der Justiz. Es ist ein Sieg der Gier.
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**Jack Morrison, Ink & Iron**