**„Trumps Zölle – Der Supreme Court hat gesiegt. Trump hat verloren. Und doch…“**
*Regieanweisung: Das Büro des Präsidenten, Washington D.C., kurz nach Mitternacht. Ein schalldichter Raum, in dem die Luft nach Zigarettenrauch und unausgesprochenen Drohungen schmeckt. Ein Telefon klingelt. Es ist nicht der erste Anruf der Nacht. Draußen, hinter den vergoldeten Säulen des Weißen Hauses, heult ein Sirenenchor aus Wall Street und den Fabriken des Rust Belts. Irgendwo in China wird gerade eine neue Lieferung von Solarpanelen verladen – ohne die Zölle, die Trump wie ein Zollstock über die globale Wirtschaft geschlagen hat. Der Reporter betritt den Raum durch eine Hintertür. Die Tür knarrt. Ein Wächter mit einem Blick, der sagt: „Wenn Sie heute noch etwas berichten wollen, dann tun Sie es schnell.“*
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Der Supreme Court hat Donald Trump die Zölle abgenommen. Nicht mit einem Hauch von Mitleid, nicht mit einem Seitenhieb, sondern mit der kalten, juristischen Klinge eines 6-3-Urteils. Die Richter haben ihm die Macht genommen, mit einem Federstrich die Wirtschaft der USA zu zerfetzen wie ein Kind mit einem Spielzeugauto über eine Straße aus Pappe fährt. Und doch – und doch sitzt Trump noch immer da, die Hände auf dem Tisch verschränkt, während er in sein Kaffeeglas starrt, als wäre es der Ozean und er der Kapitän eines sinkenden Schiffes.
Die Wirtschaftselite hat ihn längst verraten. Nicht mit Worten, nicht mit offenen Briefen (die kommen noch, aber sie kommen zu spät), sondern mit stillen Absprachen in den Hinterzimmern von Davos, in den Boardrooms von New York und den Luxusvillen von Malibu. Die CEOs, die Männer und Frauen, die das Geld bewegen, die Aktienkurse steuern, die Fabriken in Texas und Michigan am Laufen halten – sie haben längst gemerkt: Trumps Zölle sind kein Werkzeug der Stärke, sondern ein Selbstmordkommando. Die Zölle auf Stahl und Aluminium, die er 2018 wie ein Wahnsinniger über die Welt schmetterte, haben die Preise in die Höhe getrieben. Die Verbraucher haben mehr gezahlt. Die Hersteller haben weniger verkauft. Die Arbeitsplätze, die Trump so gelobt hat, sind nicht gekommen. Sie sind verschwunden – in Mexiko, in Vietnam, in China, wo die Waren jetzt ohne die künstlichen Hindernisse billiger sind.
*Regieanweisung: Eine Telefonkonferenz zwischen einem Zollbeamten in Detroit und einem Logistiker in Shanghai. Die Stimme des Amerikaners ist müde. „Die Fracht kommt ohne die 25-Prozent-Zölle an“, sagt er. „Das bedeutet, dass die Preise für die Kunden fallen. Die Kunden werden glücklich sein. Die Hersteller auch. Nur einer ist nicht glücklich.“ Ein kurzes Schweigen. Dann: „Trump.“*
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Trump hat reagiert. Wie immer. Mit einer Kehrtwende, die so abrupt ist, dass man denkt, er hätte sich im Spiegel verlaufen. Während der Supreme Court noch über die Legalität seiner Zölle urteilte, hat er neue angekündigt. Nicht auf Stahl oder Aluminium – die sind ja nun weg. Nein, er hat sich auf China konzentriert. Auf Solarpanels. Auf Lithium-Ionen-Akkus. Auf Kühlschränke. Auf Waschmaschinen. Die Liste liest sich wie ein Katalog aus einem Alibaba-Shop für die US-Wirtschaftselite: Dinge, die sie dringend brauchen, um ihre Fabriken in den USA am Laufen zu halten. Dinge, die sie aber nicht mehr kaufen können, weil die Zölle sie teurer machen als die Konkurrenz aus dem Ausland.
Die Strategie ist klar. Oder zumindest halb klar. Trump will die Wirtschaftselite zwingen, ihre Fabriken in die USA zu verlagern. Er will Jobs schaffen. Er will die Abhängigkeit von China reduzieren. Aber er tut es auf eine Weise, die aussieht, als hätte er einen Plan – und dann doch wieder nicht. Die neuen Zölle treffen genau die Bereiche, in denen die USA bereits Schwächen haben. Die Solarindustrie? Kaum noch vorhanden. Die Akku-Produktion? Fast vollständig nach China abgewandert. Die Waschmaschinenhersteller? Die meisten haben längst die Produktion ins Ausland verlagert.
*Regieanweisung: Ein Büro in Boston, irgendwo im Seidenpapier und Kaffee. Ein Tech-Broker starrt auf seinen Bildschirm. Die Börsenkurse von Tesla und General Motors schwanken wie ein betrunkener Tanzpartner. „Die Zölle sind ein Double-Edged Sword“, sagt er. „Wenn Trump wirklich will, dass die Fabriken zurückkommen, dann muss er den Unternehmen helfen. Aber stattdessen schneidet er ihnen die Beine ab.“*
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Die Wirtschaftselite hat genug. Nicht mit Protesten, nicht mit öffentlichen Meutereien, sondern mit stillen Sabotage. Die CEOs, die sonst so darauf bedacht sind, ihre Profite zu maximieren, haben begonnen, Trump öffentlich zu kritisieren. Elon Musk, der Mann, der die Welt mit Elektroautos und Raketen bezaubert, hat gesagt, dass Trumps Handelskrieg „ein Desaster“ sei. Microsoft-Chef Satya Nadella hat gewarnt, dass die Zölle „die Innovation bremsen“. Und dann ist da noch der Mann, der die KI revolutioniert – Sam Altman von OpenAI –, der trocken feststellte: „Die USA brauchen eine klare, stabile Handelsstrategie. Nicht diese Achterbahnfahrt.“
Doch Trump hört nicht zu. Oder er tut so, als würde er nicht hören. Vielleicht, weil er weiß, dass die Wirtschaftselite nur dann wirklich Druck ausübt, wenn sie muss. Vielleicht, weil er sich in seinen eigenen Verschwörungstheorien verliert. Vielleicht, weil er einfach zu sehr an sich selbst glaubt, um zuzuhören. Oder vielleicht, weil er weiß, dass die Amerikaner, die ihn gewählt haben, nicht die sind, die in den Boardrooms sitzen. Die Arbeiter in den Fabriken. Die Bauern in den Kornfeldern. Die Männer und Frauen, die in den Vorstädten leben und jeden Cent umdrehen müssen. Die wollen Zölle. Die wollen Stärke. Die wollen, dass jemand ihnen sagt, dass die Welt ihnen gehört.
*Regieanung: Eine Bar in Pittsburgh, 3 Uhr morgens. Ein Werftarbeiter, der gerade seine Schicht beendet hat, bestellt einen Whiskey. „Trump hat recht“, sagt er. „Die Chinesen nehmen uns alles weg. Aber wenn er uns mit diesen Zöllen die Augen auskratzt, dann ist das auch nicht besser.“ Ein Schweigen. Dann: „Ich hoffe, er hat einen Plan. Sonst stecken wir alle wieder in der Scheiße.“*
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Die Wahrheit ist: Niemand weiß, was Trump vorhat. Nicht die Richter. Nicht die Wirtschaftselite. Nicht die Arbeiter, die jeden Morgen in die Fabriken gehen. Vielleicht hat er wirklich einen Plan. Vielleicht will er die USA zur größten Handelsmacht der Welt machen – indem er die Welt zwingt, mit ihm zu handeln. Vielleicht will er China brechen, indem er seine Wirtschaft mit Zöllen erstickt. Vielleicht will er einfach nur gewinnen. Immer.
Doch das Supreme Court-Urteil hat ihm einen Dämpfer verpasst. Es hat ihm gezeigt, dass nicht alles möglich ist. Dass nicht jeder Federstrich ein Gesetz ist. Dass selbst ein Präsident an Grenzen stößt. Und jetzt sitzt er da, zwischen den Trümmern seiner eigenen Politik, und fragt sich, ob er noch Zeit hat, um zu retten, was zu retten ist.
Die Wirtschaftselite wird weiter handeln. Die Fabriken werden weiter laufen – irgendwo. Die Börsen werden weiter steigen und fallen. Und die Arbeiter werden weiter arbeiten. Doch die Frage ist: Wer gewinnt am Ende? Wer hat wirklich die Kontrolle?
Vielleicht ist die Antwort schon da. Vielleicht steht sie in den Akten des Supreme Court. Vielleicht steht sie in den Bilanzen der CEOs. Vielleicht steht sie in den Gesichtern der Männer und Frauen, die jeden Morgen aufstehen und wissen: Es wird wieder ein langer, harter Tag. Und am Ende des Tages, wenn sie nach Hause kommen, werden sie feststellen, dass Donald Trump sie vielleicht nicht gerettet hat. Aber sie werden auch nicht vergessen haben, dass er einmal versucht hat.
**„Trump’s Tariffs – The Supreme Court Has Won. Trump Has Lost. And Yet…“**
*Stage direction: The President’s office, Washington D.C., shortly after midnight. A soundproof room where the air tastes of cigarette smoke and unspoken threats. A telephone rings. It is not the first call of the night. Outside, beyond the gilded columns of the White House, a chorus of sirens howls from Wall Street and the factories of the Rust Belt. Somewhere in China, a new shipment of solar panels is being loaded – without the tariffs that Trump has slammed like a yardstick across the global economy. The reporter enters the room through a back door. The door creaks. A guard with a look that says: "If you want to report anything today, do it quickly."*
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The Supreme Court has stripped Donald Trump of his tariffs. Not with a hint of pity, not with a sideways glance, but with the cold, legal blade of a 6-3 ruling. The judges have taken away his power to tear apart the U.S. economy with a stroke of a pen, like a child driving a toy car over a cardboard road. And yet – and yet Trump still sits there, his hands clasped on the table, staring into his coffee cup as if it were the ocean and he the captain of a sinking ship.
The economic elite betrayed him long ago. Not with words, not with open letters (those are still coming, but they will come too late), but with quiet deals in the back rooms of Davos, in the boardrooms of New York, and the luxury villas of Malibu. The CEOs, the men and women who move the money, steer the stock prices, keep the factories running in Texas and Michigan – they realized long ago: Trump's tariffs are not a tool of strength, but a suicide mission. The tariffs on steel and aluminum, which he slammed across the world like a madman in 2018, have driven up prices. Consumers paid more. Manufacturers sold less. The jobs that Trump so praised have not come. They have disappeared – to Mexico, to Vietnam, to China, where goods are now cheaper without the artificial barriers.
*Stage direction: A conference call between a customs officer in Detroit and a logistics manager in Shanghai. The American's voice is tired. "The freight is arriving without the 25 percent tariffs," he says. "That means prices will fall for the customers. The customers will be happy. The manufacturers too. Only one is not happy." A brief silence. Then: "Trump."*
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Trump has reacted. As always. With a turnaround so abrupt that you would think he had lost himself in the mirror. While the Supreme Court was still ruling on the legality of his tariffs, he announced new ones. Not on steel or aluminum – those are gone now. No, he has focused on China. On solar panels. On lithium-ion batteries. On refrigerators. On washing machines. The list reads like a catalog from an Alibaba shop for the U.S. economic elite: things they desperately need to keep their factories running in the USA. Things they can no longer buy, however, because the tariffs make them more expensive than the competition from abroad.
The strategy is clear. Or at least half clear. Trump wants to force the economic elite to relocate their factories to the USA. He wants to create jobs. He wants to reduce dependence on China. But he does it in a way that looks like he has a plan – and then again, he doesn’t. The new tariffs hit precisely the areas where the U.S. already has weaknesses. The solar industry? Barely exists anymore. Battery production? Almost completely moved to China. The washing machine manufacturers? Most of them have long since moved production abroad.
*Stage direction: An office in Boston, somewhere in the tissue paper and coffee. A tech broker stares at his screen. The stock prices of Tesla and General Motors fluctuate like a drunken dance partner. "The tariffs are a double-edged sword," he says. "If Trump really wants the factories to come back, he has to help the companies. But instead, he's cutting off their legs."*
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The economic elite has had enough. Not with protests, not with public mutinies, but with quiet sabotage. The CEOs, who are otherwise so keen to maximize their profits, have begun to criticize Trump publicly. Elon Musk, the man who enchants the world with electric cars and rockets, has said that Trump's trade war is "a disaster." Microsoft CEO Satya Nadella has warned that tariffs "stifle innovation." And then there is the man who is revolutionizing AI – Sam Altman of OpenAI – who dryly stated: "The USA needs a clear, stable trade strategy. Not this roller coaster ride."
But Trump is not listening. Or he pretends not to listen. Maybe because he knows that the economic elite only really exerts pressure when they have to. Maybe because he is losing himself in his own conspiracy theories. Maybe because he simply believes in himself too much to listen. Or maybe because he knows that the Americans who voted for him are not those who sit in the boardrooms. The workers in the factories. The farmers in the cornfields. The men and women who live in the suburbs and have to turn every penny over. They want tariffs. They want strength. They want someone to tell them that the world belongs to them.
*Stage direction: A bar in Pittsburgh, 3 a.m. A shipyard worker, who has just finished his shift, orders a whiskey. "Trump is right," he says. "The Chinese are taking everything from us. But if he scratches our eyes out with these tariffs, that's no better." A silence. Then: "I hope he has a plan. Otherwise, we're all back in the shit."*
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The truth is: Nobody knows what Trump is planning. Not the judges. Not the economic elite. Not the workers who go to the factories every morning. Maybe he really has a plan. Maybe he wants to make the USA the largest trading power in the world – by forcing the world to trade with him. Maybe he wants to break China by suffocating its economy with tariffs. Maybe he just wants to win. Always.
But the Supreme Court ruling has dampened his spirits. It has shown him that not everything is possible. That not every stroke of a pen is a law. That even a president reaches his limits. And now he sits there, among the ruins of his own policies, wondering if he still has time to save what can be saved.
The economic elite will continue to act. The factories will continue to run – somewhere. The stock markets will continue to rise and fall. And the workers will continue to work. But the question is: Who wins in the end? Who really has control?
Maybe the answer is already there. Maybe it is in the files of the Supreme Court. Maybe it is in the balance sheets of the CEOs. Maybe it is in the faces of the men and women who get up every morning and know: It will be another long, hard day. And at the end of the day, when they come home, they will realize that Donald Trump may not have saved them. But they will also not have forgotten that he once tried.
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Kim Benet, 22. Februar 2026