BLUTIGER MORGEN IN DALLAS: SWAT-EINHEIT HINTERLÄSST TOD UND ZWEIFEL
NEW YORK, 24. Februar -
*Der Regen trommelt ein leises Stakkato gegen die Fensterscheibe. Wieder ein grauer Tag in einer
grauen Stadt. Der Kaffee in meiner Tasse ist kalt, genau wie die Spur im Kowalski-Fall. Irgendwo
anders, unter einer anderen Sonne, spielte sich wohl ein ähnliches, wenn auch blutigeres,
Schauspiel ab.*
Die Berichte aus Dallas sind so klar wie ein verschwommener Whiskey im frühen Morgenlicht. Die
Männer von der Dallas SWAT, jene Spezialtruppen, die man aussendet, wenn die normalen Sheriffs ihre
Bleistifte spitzen, waren wieder einmal im Einsatz, um die ewige Schlacht gegen die
Rauschgifthändler zu führen. *Ich zünde mir eine Lucky Strike an, der Rauch kräuselt sich zur
Decke.* Man sagt, sie hätten Kameras am Körper getragen, um die Wahrheit der Operation für die
Nachwelt festzuhalten – ein moderner Schnickschnack, der manchmal mehr Fragen aufwirft, als er
beantwortet.
Was die aufgezeichneten Bilder angeblich zeigen, ist ein Reigen aus Stahl und Schatten, der sich in
den Hinterhöfen der Stadt abspielt. Es heißt, diese tapferen Gesetzeshüter hätten nicht lange
gefackelt, als sie auf Hunde trafen, die ihren Herren beschützen wollten, oder vielleicht einfach
nur bellten, weil der Morgen nicht zum Plündern gedacht war. Blendgranaten, diese teuren
Feuerwerkskörper der Regierung, wurden wohl erst auf die Vierbeiner geworfen, bevor der eigentliche
Akt des Dramas begann: ein bewaffneter Mann, Ziel einer Rauschgiftoperation, der sein Leben auf den
nassen Pflastersteinen verlor.
Man fragt sich, in welcher Art von Krieg wir uns befinden, wenn die erste Salve gegen Haustiere
gerichtet ist. Die großen Jungs im Sandkasten werfen wieder mit Förmchen, nur dass diese Förmchen
Knallkörper sind und die Konsequenzen tödlich. Ein bewaffneter Mann, ja, das ist die offizielle
Lesart. Aber wie bewaffnet muss einer sein, wie gefährlich das kleine Geschäft in der Dunkelheit,
dass eine ganze Einheit mit ihrer vollen Montur anrückt, erst die Hunde blendet und dann das Urteil
spricht, noch bevor die Morgendämmerung richtig erwacht ist?
Die Behörden werden das als Notwendigkeit abtun, als die harte Hand des Gesetzes, die die Stadt von
ihrem Schmutz befreit. *Ich schnaube leise.* Ich sehe nur die ewige Geschichte, wo die Mächtigen
ihre Muskeln spielen lassen und der kleine Mann, ob schuldig oder nicht, am Ende im Dreck liegt.
Die Schlacht gegen das Laster wird mit einem Arsenal geführt, das ganze Kriege entscheiden könnte,
und am Ende sind es immer die Schwächsten, die den Preis zahlen. Ein weiterer Name, eine weitere
Akte, ein weiteres Leben, das ausradiert wurde, alles im Namen der Ordnung.
*Manchmal scheint es, als würde das Gesetz mehr Angst verbreiten als die Kriminellen, die es jagen
will. Und die Hunde? Die hatten keine Stimme, um sich zu beschweren.*
BLOODY MORNING IN DALLAS: SWAT UNIT LEAVES BEHIND DEATH AND DOUBT
NEW YORK, February 24 -
*The rain drums a soft staccato against the windowpane. Another gray day in a
gray city. The coffee in my cup is cold, just like the trail in the Kowalski case. Somewhere
else, under a different sun, a similar, though bloodier,
spectacle was probably unfolding.*
The reports from Dallas are as clear as blurred whiskey in the early morning light. The
men of the Dallas SWAT, those special forces sent in when the regular sheriffs sharpen their
pencils, were once again in action, waging the eternal battle against the
drug dealers. *I light a Lucky Strike, the smoke curls to the
ceiling.* They say they wore cameras on their bodies to record the truth of the operation for posterity
– a modern gimmick that sometimes raises more questions than it
answers.
What the recorded images allegedly show is a dance of steel and shadows taking place in
the backyards of the city. It is said that these brave law enforcement officers did not hesitate
when they encountered dogs who wanted to protect their masters, or perhaps were simply
barking because the morning was not meant for pillaging. Flashbangs, those expensive
government fireworks, were allegedly thrown at the four-legged creatures first, before the actual
act of the drama began: an armed man, the target of a drug operation, losing his life on the
wet paving stones.
One wonders what kind of war we are in when the first salvo is directed at pets. The big
boys in the sandbox are throwing sand molds again, except these molds
are firecrackers and the consequences are deadly. An armed man, yes, that is the official
version. But how armed must one be, how dangerous the small business in the darkness,
that an entire unit arrives in full gear, first blinds the dogs and then pronounces judgment,
even before the dawn has properly awakened?
The authorities will dismiss this as a necessity, as the heavy hand of the law clearing the city of
its filth. *I snort softly.* I only see the eternal story where the powerful
flex their muscles and the little man, whether guilty or not, ends up in the dirt.
The battle against vice is fought with an arsenal that could decide entire wars,
and in the end, it is always the weakest who pay the price. Another name, another
file, another life erased, all in the name of order.
*Sometimes it seems as if the law spreads more fear than the criminals it seeks
to hunt. And the dogs? They had no voice to complain.*
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ABSURD THEATER IN WASHINGTON: DER PRÄSIDENT TANZT, WÄHREND DIE WELT BRENNT
WASHINGTON, 24. Februar -
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*Die Luft ist schwer vom Duft der Hyazinthen, die man für das Bankett des heutigen Abends
ausgesucht hat. Draußen vor den Toren des Weißen Hauses mag es brodeln, aber hier drinnen
scheint die Zeit stillzustehen, gefangen in einem goldenen Käfig.*
Während die Welt sich in Aufruhr befindet – *ich höre Flüsterton, die Angst ist ein unsichtbarer
Gast* – während in Europa die Schatten des Krieges immer länger werden und die Wirtschaft
auf einem Minenfeld wandelt, während im eigenen Land die Spaltung tiefer denn je klafft,
gönnt sich der Präsident eine Pause. Nicht irgendeine Pause, nein, eine Inszenierung der
Selbstgefälligkeit, die selbst Nero vor Neid hätte erblassen lassen.
Heute Abend wird getanzt. Die Crème de la Crème der Gesellschaft, die Strippenzieher und die
Günstlinge, sie alle sind gekommen, um dem Spektakel beizuwohnen. Champagner fließt in Strömen,
die Seide raschelt, und das Gelächter hallt wider in den hohen Hallen, als ob die Welt draußen
keine Rolle spielte. Der Präsident selbst, ein Marionettenspieler in seinem eigenen Drama, führt
den Reigen an, seine Bewegungen steif und einstudiert, ein Abbild der Entfremdung von der Realität.
Man munkelt, dass die Reden schon geschrieben sind, die Versprechungen schon gegeben wurden,
bevor überhaupt der erste Walzer erklungen ist. *Ich nippe an meinem Drink, ein süßer Geschmack
auf einer bitteren Zunge.* Es ist ein Ritual, ein Tanz auf dem Vulkan, wo jeder Schritt, jede
Geste, jedes Wort einer Choreografie folgt, die schon lange vor unserer Zeit festgelegt wurde.
Aber was ist mit den Menschen draußen, frage ich mich, während ich zuschaue, wie sich die
Gesellschaft im Gleichschritt wiegt? Was ist mit den Verzweifelten, den Vergessenen, den
Ausgebeuteten? Sehen sie uns? Hören sie uns? Oder sind wir hier drinnen so isoliert, dass wir
den Kontakt zur Menschlichkeit verloren haben?
Die Antwort, fürchte ich, liegt im Echo des Gelächters, im Klimpern der Gläser, im Rascheln der
Kleider – in all den kleinen, bedeutungslosen Dingen, die hier so wichtig erscheinen, während die
Welt draußen auseinanderbricht.
*Ich notiere mir ein paar Stichpunkte, die Tinte ist fast schwarz wie meine Stimmung.* Ein
weiterer Abend, eine weitere Vorstellung, und die Welt dreht sich weiter, ohne auf uns zu warten.
- Die Dekadenz der Mächtigen ist ein Symptom, nicht die Krankheit.
- Die Isolation des Weißen Hauses ist ein Spiegelbild der Spaltung in der Gesellschaft.
- Der Tanz des Präsidenten ist ein Symbol für die Entfremdung von der Realität.
- Die Frage ist nicht, ob wir tanzen dürfen, sondern ob wir uns noch erinnern, warum wir es tun.
*Ich schließe mein Notizbuch. Die Nacht ist noch jung, aber die Wahrheit ist schon alt.*
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VERLORENE SEELE IN DER METRO: EIN SCHATTEN AUF GLEIS 7
NEW YORK, 24. Februar -
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*Die Neonröhren flackern wie nervöse Lider, und der Geruch von altem Metall und Verzweiflung
liegt schwer in der Luft. Es ist spät, die Stadt schläft nicht, sie döst nur, bereit, jederzeit wieder
aufzuspringen.*
Ich stehe auf Gleis 7, warte auf den Zug, der mich nach Hause bringen soll, aber meine Gedanken
sind woanders. Vorhin, ein paar Stationen zuvor, habe ich eine Gestalt gesehen, die mir nicht aus
dem Kopf geht. Ein Mann, vielleicht Mitte fünfzig, das Gesicht gezeichnet von einem Leben, das
wenig Gnade kannte. Er saß da, in sich zusammengesunken, die Augen leer, als ob er in die
ferne Dunkelheit starrte, in der die Seele verschwindet.
Ich habe ihn nicht angesprochen, was hätte ich auch sagen sollen? „Hey, alles in Ordnung? Hast du
deine Seele verloren?“ Manchmal ist das Schweigen beredter als tausend Worte. Aber sein Bild
hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt, wie ein Schatten, der nicht weichen will.
Er trug einen abgewetzten Mantel, die Hände waren rot und rissig, und seine Augen, ja, seine
Augen waren der Spiegel einer verlorenen Welt. Er war nicht betrunken, nicht verrückt, nur
verloren. Verloren in der großen, anonymen Masse der Stadt, wo Millionen von Menschen
nebeneinander existieren, ohne sich wirklich zu sehen.
Was hat ihn hierhergeführt, frage ich mich, während der Zug endlich einfährt? Welche
Enttäuschungen, welche Verluste, welche unerfüllten Träume haben ihn zu diesem Punkt gebracht,
wo er nur noch ein Schatten seiner selbst ist? Ist er ein gescheiterter Geschäftsmann, ein
verlassener Liebhaber, ein Kriegsveteran, der seine Schlachten im Kopf immer noch schlägt?
Es spielt keine Rolle, die Antwort ist in seinem Gesicht geschrieben, in jeder Falte, jeder Narbe,
jedem müden Blick. Er ist ein Beweis dafür, dass die Stadt, die niemals schläft, auch die Stadt ist,
die niemals vergisst – die Stadt, die ihre Opfer fordert und sie dann auf den Gleisen der
Vergessenheit zurücklässt.
*Ich steige in den Zug, der Lärm betäubt fast meine Gedanken. Fast.* Aber das Bild des Mannes
bleibt, ein stummer Vorwurf, eine Mahnung, dass hinter jeder Fassade des Glanzes auch ein Abgrund
der Verzweiflung lauert.
Die Metro rattert weiter, durch die Dunkelheit, und ich frage mich, wie viele verlorene Seelen
heute Nacht noch auf den Gleisen der Stadt unterwegs sind.
- Die Anonymität der Großstadt kann zur Hölle werden.
- Jeder verlorene Blick erzählt eine Geschichte des Scheiterns.
- Die Metro ist nicht nur ein Transportmittel, sondern auch ein Spiegel der Gesellschaft.
- Die Frage ist nicht, ob wir helfen können, sondern ob wir hinsehen wollen.
*Ich seufze. Es ist Zeit, nach Hause zu gehen. Aber die Nacht wird unruhig werden.*
Kim Benet, New York.