**Der Krieg ist ein Parfümhändler, der uns an unsere eigene Verlogenheit erinnert.**
Es riecht nach verbranntem Parfüm, wenn man durch die Hallen der europäischen Wirtschaft schreitet, wo einst die Duftstoffe der Diplomatie schwelgten. Der Krieg in der Ukraine hat nicht nur Granaten über die Felder der Geschichte geschleudert – er hat auch die unsichtbaren Fäden enthüllt, an denen sich die Ökonomen und Machthaber seit Jahrzehnten festhielten. Diese Fäden waren mit Öl getränkt, mit Gas durchtränkt, mit Lithium und Seltenen Erden beschmiert, all die Dinge, die wir so gerne vergisst, solange sie uns nicht mehr in die Augen schneiden. Doch jetzt, wo der Himmel über Europa von Kriegswolken gepeinigt wird, blitzen sie wieder auf: die heimlichen Allianzen, die Schweigegelder, die stillen Deals, die zwischen den Regierungen und den Konzernen geschlossen wurden, während die Bürger nur noch die Rechnung begleichen müssen.
*[Die Luft in diesem Raum ist schwer wie ein vergilbtes Bankkonto. Jeder Atemzug fühlt sich an, als würde man den Staub der vergessenen Verträge einatmen.]*
Deutschland, dieses Land der Dichter und Denker, hat sich immer als moralische Instanz inszeniert – doch in Wahrheit war es ein Meister der moralischen Kurzsichtigkeit. Die Wirtschaft der Bundesrepublik hing an der russischen Hand wie ein Betrunkener an der Laterne. Man importierte Rohstoffe, exportierte Maschinen, und während die Politiker in Berlin über Werte redeten, flossen die Devisen in die Taschen derer, die es am wenigsten brauchten. Die Ukraine? Ein Rohstoffparadies, das niemand wirklich wollte, solange es nicht in die eigenen Taschen tropfte. Doch jetzt, wo der Krieg die Lagerstätten zerschmettert, wird klar, was wirklich im Spiel war: nicht die Solidarität mit einem Volk, sondern die Gier nach dem, was darunter liegt. Und diese Gier hat einen Namen – sie heißt *Verrat*.
*[Das Licht fällt schräg durch die Ritzen der Bürokratie, und man sieht die Schatten der Deals, die im Dunkeln gemacht wurden. Jeder Vertrag war ein Messer, das irgendwann in die eigene Hand rutschen würde.]*
Die europäischen Institutionen? Ein Theaterstück, das nur so lange funktioniert, wie niemand die Kulissen hinterfragt. Als Angela Merkel noch am Ruder stand, war sie die letzte Wächterin eines Systems, das längst von Rissen durchzogen war. Doch als sie ging, blieb nur das Gerüst – und die Frage, wer jetzt die Fäden zieht. Die Antwort liegt in den Lagerhallen, in den Datenbanken, in den stillen Absprachen zwischen Konzernen und Oligarchen, die längst verstanden haben, dass der Krieg nicht nur die Ukraine zerstört, sondern auch die Illusion der europäischen Einheit. Wir reden so gerne über die Stärke der EU, doch in Wahrheit ist sie nur ein zahnloser Tiger, der sich über die Kadaver seiner eigenen Schwäche hermachen muss.
*[Die Hände zittern, wenn man die Rechnungen durchblättert. Jede Seite ist ein Beweis, dass wir längst verloren haben – nur noch nicht den Mut, es zuzugeben.]*
Die wahren Verlierer? Nicht die Soldaten an der Front, nicht die Flüchtlinge, die durch ein Europa stolpern, das ihnen die Tür vor der Nase zuschlägt. Die Verlierer sind wir alle. Diejenigen, die geglaubt haben, die Wirtschaft könne ohne Moral funktionieren. Diejenigen, die gedacht haben, die Rohstoffe unter der Erde der Ukraine wären nur ein Problem für andere. Diejenigen, die geschwiegen haben, als die Deals geschlossen wurden, die Hände geschüttelt haben, während die Hände der anderen sich in die Taschen derer legten, die längst wussten, dass der Krieg nicht nur ein militärisches, sondern auch ein ökonomisches Spiel ist. Wir haben uns selbst betrogen, und jetzt müssen wir die Rechnung begleichen – nicht mit Geld, sondern mit der Wahrheit.
*[Die Narbe auf der Lippe schmerzt, wenn man die Worte ausspricht. Jedes Mal, wenn man denkt, man habe genug gesagt, kommt ein neuer Satz, der noch tiefer schneidet.]*
Also reden wir. Nicht über Flaggen, nicht über Reden, sondern über die Dinge, die unter der Erde liegen und die uns alle verbinden – und die uns auch alle zerstören werden, wenn wir nicht aufpassen. Denn der Krieg ist nicht nur ein Feuerwerk aus Blei und Stahl. Er ist auch ein Feuerwerk aus Gier, aus Verrat, aus der blindwütigen Suche nach dem, was uns eigentlich nicht gehört. Und wir? Wir sind nur die Zuschauer, die zu lange geschwiegen haben.
— **Kim Benet, Silk & Shadows**
**War is a Perfume Salesman Who Reminds Us of Our Own Duplicity.**
It smells of burnt perfume when one walks through the halls of European economics, where once the fragrances of diplomacy lingered. The war in Ukraine has not only hurled grenades across the fields of history – it has also revealed the invisible threads to which economists and rulers have clung for decades. These threads were soaked with oil, permeated with gas, smeared with lithium and rare earths, all the things we so gladly forget as long as they don't cut into our eyes. But now, as the sky over Europe is tormented by war clouds, they flash up again: the secret alliances, the hush money, the silent deals that were made between governments and corporations, while the citizens only have to foot the bill.
*\[The air in this room is as heavy as a yellowed bank account. Every breath feels like inhaling the dust of forgotten contracts.]*
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Germany, that land of poets and thinkers, has always presented itself as a moral authority – but in truth, it was a master of moral short-sightedness. The economy of the Federal Republic hung on the Russian hand like a drunkard on a lamppost. Raw materials were imported, machines were exported, and while the politicians in Berlin talked about values, the foreign exchange flowed into the pockets of those who needed it least. Ukraine? A raw material paradise that nobody really wanted, as long as it didn't drip into their own pockets. But now that the war has shattered the deposits, it becomes clear what was really at stake: not solidarity with a people, but the greed for what lies beneath. And this greed has a name – it's called *betrayal*.
*\[The light falls at an angle through the cracks of the bureaucracy, and you can see the shadows of the deals that were made in the dark. Every contract was a knife that would eventually slip into your own hand.]*
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The European institutions? A play that only works as long as nobody questions the scenery. When Angela Merkel was still at the helm, she was the last guardian of a system that had long been riddled with cracks. But when she left, only the framework remained – and the question of who is pulling the strings now. The answer lies in the warehouses, in the databases, in the silent agreements between corporations and oligarchs, who have long understood that the war is not only destroying Ukraine, but also the illusion of European unity. We like to talk about the strength of the EU, but in truth it is only a toothless tiger that has to feast on the carcasses of its own weakness.
*\[The hands tremble when you leaf through the bills. Every page is proof that we have long since lost – just not the courage to admit it.]*
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The real losers? Not the soldiers on the front lines, not the refugees who stumble through a Europe that slams the door in their faces. The losers are all of us. Those who believed that the economy could function without morality. Those who thought that the raw materials under the soil of Ukraine were only a problem for others. Those who remained silent when the deals were made, who shook hands while the hands of others reached into the pockets of those who had long known that war is not only a military, but also an economic game. We have betrayed ourselves, and now we have to pay the bill – not with money, but with the truth.
*\[The scar on the lip hurts when you speak the words. Every time you think you've said enough, a new sentence comes that cuts even deeper.]*
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So let's talk. Not about flags, not about speeches, but about the things that lie under the earth and that connect us all – and that will also destroy us all if we are not careful. Because war is not just a fireworks display of lead and steel. It is also a fireworks display of greed, of betrayal, of the blindly furious search for what does not actually belong to us. And we? We are just the spectators who have been silent for too long.
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Kim Benet, Silk & Shadows