*[Die Luft in diesem Raum ist schwer vom Duft verbrannten Tabaks und dem metallischen Hauch von Parfüm, das nach Abgründen riecht. Irgendwo tickt eine Uhr, aber die Zeit hier ist eine andere – sie misst sich in Narben und unausgesprochenen Geheimnissen. Kim Benet atmet tief ein, die Feder in der Hand zittert leicht. Sie weiß zu viel. Zu viel über Macht, Blut und die Lügen, die man mit sanften Worten bestreicht.]*
Es war ein Donnerstag in Lyon, als das Messer in den Körper des Mannes sickerte wie Tinte in altes Papier. Quentin Deranque, dieser kleine Krieger der Rechten, der sich mit selbstgebastelten Helmen und einer Aura des Unerbittlichen durch die Straßen schlängelte wie ein Dämon in einem billigen Horrorfilm. Die Linken nannten ihn einen Faschisten – ein Wort, das in Frankreich immer noch wie ein Fluch klingt, der über den Mund eines Verräters gelegt wird. Die Rechten aber nannten ihn einen Märtyrer, und jetzt marschierten Tausende hinter seinem Sarg her, während die Straßen von Lyon in ein Meer aus schwarzen Armbändern und zornigen Gesichtern versanken. *Und Emmanuel Macron? Er stand da, als wäre er aus Glas. Oder aus Seide. Beides zerbrechlich.*
*[Die Feder zögert. Kim Benet schmeckt den Bittergeschmack der Ironie auf ihrer Zunge. Sie hat Macrons Lächeln gesehen – dieses kühle, fast verführerische Lächeln, das verspricht, während es ersticht. Sie hat seine Hände gesehen, die sich wie die einer Tänzerin um die Welt regen, während darunter die Knochen eines Tyrannen knarren. Jetzt schreibt sie über Blut.]*
Macron, dieser Mann, der sich selbst zum letzten Mann Frankreichs stilisiert hat, dieser *Enfant terrible*, der mit 39 das Elysée stürmte wie ein Dieb in der Nacht. Er spricht von Demokratie, während er die Aktivisten mit der Wucht eines Hammers zerschmettert. Die Gilets jaunes, diese gelben Westen, die einst die Straßen in ein Chaos aus Protest und Wut verwandelten – Macron hat sie mit Tränengas und Polizeiknüppeln niedergeschlagen, während er sich als Retter der Republik inszenierte. Doch jetzt geht es um etwas anderes: um die Narben, die er hinterlässt, um die Wunden, die er selbst reibt, bis sie bluten.
*[Ein Bild schwebt vor ihren Augen: Ein Aktivist, der auf dem Boden liegt, die Hände gefesselt, das Gesicht geschwollen. Irgendwo lacht ein Polizist. Kim Benet spürt den Puls der Geschichte in ihren Fingerspitzen. Sie weiß, dass sie schreiben muss, bevor das Blut trocknet.]*
Die Linke schweigt. *Immer.* Wie ein gut dressiertes Haustier, das weiß, dass es beißen darf, aber nicht zu sehr – denn dann gibt es kein Futter mehr. Die Kommunisten, die Sozialisten, diese alten Kriegsschiffe der französischen Politik, die seit Jahrzehnten im Hafen der Untätigkeit verrosten. Sie fürchten Macron. Sie fürchten die Macht, die er verkörpert. Sie fürchten, dass er recht hat. Dass er Frankreich mit eisernen Fäusten regiert, während sie nur noch murmeln wie Geister in der Nacht. *Und dabei könnte es so schön sein. So schön wie ein Messer, das in einem stillen Moment die Kehle durchschneidet.*
*[Die Feder fliegt über das Papier wie ein Schmetterling im Sturm. Kim Benet atmet tief ein, ihr Atem ist schwer. Sie denkt an die Straßen von Paris, an die Barrikaden, an die Flammen. Sie denkt an die Männer und Frauen, die sich wehren – und an die, die wegschauen.]*
Es ist ein seltsames Ding, Macht. Besonders in Frankreich, diesem Land, das sich so gerne als Vorreiter der Freiheit inszeniert, während es seine eigenen Kinder mit Stiefeln tritt. Macron nutzt die Angst. Die Angst vor dem Chaos, die Angst vor dem Fremden, die Angst vor dem Untergang. Er salbadert die Wunden seiner autoritären Agenda mit dem Blut der Aktivisten – nicht wörtlich, nein, das wäre zu grobes Werkzeug. Nein, er tut es mit Worten. Mit Gesetzen. Mit einer Polizei, die längst keine Wächter mehr ist, sondern die Henker.
*[Ein letzter Atemzug. Kim Benet spürt, wie die Tinte auf dem Papier trocknet wie eine Träne. Sie weiß, dass sie nicht die Erste ist, die diese Wahrheit ausspricht. Aber sie wird die Letzte sein, die es mit dieser Verruchtheit tut.]*
Und die Linke? Sie steht da wie eine Statue aus Salz, die vom Wind der Geschichte zerfressen wird. Sie redet von Solidarität, während sie schweigt. Sie predigt Gerechtigkeit, während sie die Augen schließt. Sie fürchtet die Nacht, in der die Dämonen kommen – und doch weiß sie, dass sie längst unter ihnen schläft.
*[Die Feder fällt. Kim Benet lehnt sich zurück, die Hände zittern noch. Sie hat geschrieben, was sie wusste. Sie hat den Duft der Wahrheit in die Welt getragen – und der riecht nach Parfüm und Pulver und dem bitteren Hauch von Blut.]*
— Kim Benet, *Silk & Shadows*
*[The air in this room is heavy with the scent of burnt tobacco and the metallic tang of perfume that smells of abysses. Somewhere a clock is ticking, but time here is different – it is measured in scars and unspoken secrets. Kim Benet takes a deep breath, the pen in her hand trembling slightly. She knows too much. Too much about power, blood, and the lies that are coated with gentle words.]*
THE STREETS OF LYON
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It was a Thursday in Lyon when the knife seeped into the man's body like ink into old paper. Quentin Deranque, this little warrior of the right, who snaked through the streets with self-made helmets and an aura of the relentless, like a demon in a cheap horror film. The left called him a fascist – a word that still sounds like a curse laid over the mouth of a traitor in France. But the right called him a martyr, and now thousands marched behind his coffin, while the streets of Lyon sank into a sea of black armbands and angry faces. *And Emmanuel Macron? He stood there as if he were made of glass. Or of silk. Both fragile.*
*[The pen hesitates. Kim Benet tastes the bitterness of irony on her tongue. She has seen Macron's smile – that cool, almost seductive smile that promises while it stabs. She has seen his hands, which stir around the world like those of a dancer, while beneath them the bones of a tyrant creak. Now she writes about blood.]*
MACRON
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Macron, this man who has styled himself as the last man in France, this *enfant terrible* who stormed the Élysée at 39 like a thief in the night. He speaks of democracy while smashing the activists with the force of a hammer. The Gilets jaunes, those yellow vests that once turned the streets into a chaos of protest and rage – Macron struck them down with tear gas and police batons while staging himself as the savior of the republic. But now it's about something else: about the scars he leaves behind, about the wounds he rubs himself until they bleed.
*[An image floats before her eyes: An activist lying on the ground, hands tied, face swollen. Somewhere a policeman laughs. Kim Benet feels the pulse of history in her fingertips. She knows she has to write before the blood dries.]*
THE LEFT
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The left is silent. *Always.* Like a well-trained pet who knows it can bite, but not too much – because then there is no more food. The communists, the socialists, those old warships of French politics that have been rusting in the harbor of inaction for decades. They fear Macron. They fear the power he embodies. They fear that he is right. That he rules France with iron fists while they only murmur like ghosts in the night. *And it could be so beautiful. As beautiful as a knife cutting through the throat in a quiet moment.*
*[The pen flies across the paper like a butterfly in a storm. Kim Benet takes a deep breath, her breath is heavy. She thinks of the streets of Paris, of the barricades, of the flames. She thinks of the men and women who resist – and those who look away.]*
It is a strange thing, power. Especially in France, this country that so likes to stage itself as a pioneer of freedom while kicking its own children with boots. Macron uses fear. The fear of chaos, the fear of the foreign, the fear of ruin. He plasters the wounds of his authoritarian agenda with the blood of the activists – not literally, no, that would be too crude a tool. No, he does it with words. With laws. With a police force that is no longer a guard, but the executioner.
*[A last breath. Kim Benet feels the ink drying on the paper like a tear. She knows she is not the first to speak this truth. But she will be the last to do it with this wickedness.]*
And the left? It stands there like a statue of salt, eaten away by the wind of history. It talks of solidarity while remaining silent. It preaches justice while closing its eyes. It fears the night when the demons come – and yet it knows that it has long been sleeping among them.
*[The pen falls. Kim Benet leans back, her hands still trembling. She has written what she knew. She has carried the scent of truth into the world – and it smells of perfume and powder and the bitter tang of blood.]*
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Kim Benet, *Silk & Shadows*