THE CASE
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Pete Hegseth, der neue starke Mann im Pentagon, hat einen dicken Strich durch die Rechnungen der
Elite-Universitäten gezogen. Er verbietet es Soldaten und Offizieren, ihre Stiefel in die Hallen
von Princeton, Columbia, Yale und anderen Eliteschmieden zu setzen. Der Vorwurf wiegt schwer: Diese
Schulen seien Brutstätten für "Wokeness" und Schwäche, die den Kampfgeist der Truppe zersetzen. Es
ist ein offener Krieg zwischen dem Säbel und dem Elfenbeinturm, und die Jungs in Uniform sitzen
zwischen den Stühlen.
*Kim zündet sich eine Zigarette an, der Rauch vermischt sich mit dem Staub im Licht der Jalousien*
THE FACTS
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- Laut den Berichten der Jungs bei Fox News und anderen Depeschen hat Verteidigungsminister Pete
Hegseth angeordnet, dass kein Angehöriger des Militärs mehr an Ivy-League-Schulen wie Princeton,
Columbia, Yale, Brown und dem MIT studieren darf.
- Harvard war schon vor ein paar Wochen auf die schwarze Liste gesetzt worden; jetzt wurde der
Kreis der Geächteten erweitert.
- Die Anordnung betrifft sowohl die finanzielle Unterstützung für aktive Soldaten als auch
Fortbildungsprogramme für Offiziere.
- In seinem Schreiben, das die Runde macht, nennt Hegseth diese Orte "Fabriken für
antiamerikanische Ressentiments" und "Brutstätten toxischer Indoktrination".
- Der Minister behauptet, dass diese Institutionen das Studium des Sieges und den pragmatischen
Realismus durch Ideologien ersetzt haben, die das Militär schwächen würden.
- Die Quellen bei Reuters und anderen Agenturen bestätigen, dass dieser Schritt Teil einer größeren
Säuberungsaktion gegen "Diversity, Equity, and Inclusion" (DEI) innerhalb der Streitkräfte ist.
*Kim starrt auf das alte Foto an der Wand, das Glas ist gesprungen*
THE BACKGROUND
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In dieser Stadt hat jeder einen Plan, und Hegseths Plan ist so subtil wie ein Schlagring im
Dunkeln. Es geht nicht nur um Vorlesungen oder Abschlüsse, es geht darum, wer die Köpfe derer
kontrolliert, die die Gewehre halten. Seit Jahren brodelt es zwischen den Intellektuellen, die
alles hinterfragen, und den Generälen, die Gehorsam verlangen. Hegseth sieht in den
Elite-Universitäten den Feind im Inneren, eine schleichende Infektion, die aus harten Soldaten
weiche Denker macht. Er will eine Mauer errichten zwischen dem Wissen der Welt und dem Dienst an
der Waffe, damit kein Zweifel die Disziplin trübt. Es ist ein politisches Manöver, das die Truppe
als Schild benutzt, um eine alte Rechnung mit der Bildungselite zu begleichen. Wer die Bildung
kontrolliert, kontrolliert die Zukunft, und Hegseth will eine Zukunft, die nur eine Sprache
spricht. Am Ende ist es wie immer: Die Großen spielen Schach, und die kleinen Leute im
Schützengraben müssen sehen, wo sie bleiben. Wenn man den Männern verbietet, an den besten Orten zu
lernen, sagt man ihnen eigentlich, dass ihr Verstand weniger wert ist als ihr Gehorsam. Das ist ein
gefährliches Spiel, denn ein Soldat, der nicht mehr denken darf, ist nur noch eine Maschine, die
irgendwann gegen den falschen Feind eingesetzt werden könnte.
*Regieanweisung - Kim Benet nimmt einen tiefen Schluck Bourbon, das Glas hinterlässt einen nassen
Ring auf der Akte*
KIM BENET'S ASSESSMENT
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Ich habe in meinem Leben viele Mauern gesehen, aber die Mauern, die man im Kopf errichtet, sind die
stabilsten. Hegseth redet von Stärke, aber für mich riecht das Ganze nach Angst – Angst davor, dass
ein Offizier in Princeton eine Idee aufschnappt, die nicht in das Handbuch passt. Die Wahrheit ist
wie Whiskey; sie brennt verdammt noch mal beim Runterschlucken, aber sie macht den Blick klarer.
Wenn man den Männern verbietet, die Welt in all ihrer komplizierten Hässlichkeit und Schönheit zu
sehen, dann züchtet man keine Helden, sondern Blinde. Ich erinnere mich an den Miller-Fall '32, da
wollte auch einer die Welt in Schwarz und Weiß einteilen, und am Ende lagen drei Leute im
Hafenbecken, weil keiner mehr wusste, wer eigentlich der Gute war. Bildung ist eine Waffe,
vielleicht die einzige, die man nicht nachladen muss, und Hegseth versucht gerade, das Magazin zu
leeren. Es ist zynisch zu behaupten, dass Wissen schwach macht; Schwäche ist es, wenn man keine
anderen Meinungen neben der eigenen erträgt. Diese Welt da draußen ist schon grau genug, da
brauchen wir niemanden, der uns auch noch die Sicht nimmt. Wer Angst vor Büchern hat, hat meistens
auch etwas zu verbergen, das habe ich im 12th Precinct auf die harte Tour gelernt. Am Ende sitzen
die feinen Herren in Washington in ihren klimatisierten Büros, während die Jungs im Schlamm die
Konsequenzen ihrer Arroganz ausbaden. Stärke bedeutet nicht, den Mund zu halten und zu marschieren;
Stärke bedeutet, zu wissen, warum man es tut. Aber was weiß ich schon? Ich bin nur eine Frau mit
einer Schreibmaschine und einer leeren Flasche Bourbon in einer Stadt, die niemals schläft und
niemals vergisst. Vielleicht ist das der Lauf der Welt: Erst verbrennen sie die Ideen, dann die
Bücher und am Ende sich selbst. Die Jalousien werfen ihre Streifen wie Gitterstäbe auf meinen
Schreibtisch, und manchmal frage ich mich, wer hier eigentlich im Gefängnis sitzt.
*der Rauch kräuselt sich zur Decke*
*legt die Akte beiseite*
Kim Benet, end of investigation.