*Der Regen trommelt ein leises Stakkato gegen die Fensterscheibe, als würde er versuchen, eine
vergessene Melodie zu spielen. Ein weiterer grauer Tag in einer grauen Stadt, der sich anfühlt wie
eine dieser endlosen Zigaretten, die man raucht, obwohl man weiß, dass sie einem nichts Gutes tun.
Der Kaffee in meiner Tasse ist kalt, genauso wie die Spur im Kowalski-Fall, und der Ventilator an
der Decke knarzt wie ein alter Mann, der die Treppe hochsteigt und dabei jeden Knochenspalt hörbar
beklagt. *Ich zünde mir eine Lucky Strike an, die letzte in der Schachtel, und der Rauch kräuselt
sich zur Decke, als wolle er den Unsinn, der sich hier unten abspielt, unkommentiert ins ewige
Nichts tragen.*
Und nun, Herrgott nochmal, soll ich mir also Gedanken machen über Österreich und Russland, über
Botschafter, die plötzlich das Interesse an Kontakten entdecken. Kontakte. Ein hübsches Wort, nicht
wahr? Wie eine dieser schmierigen Visitenkarten, die man in zwielichtigen Etablissements zugesteckt
bekommt – verspricht viel, hält meistens nichts. Österreich, dieses kleine Pflaster auf der
Landkarte, das sich mal wieder wichtig machen will, indem es den Kopf durch die Tür steckt, durch
die andere lieber schleichen. Es ist immer dasselbe Spiel, seit der erste Affe begriffen hat, dass
man mit einem Ast mehr Macht hat als mit bloßen Fäusten: Die einen schwingen ihn, die anderen
bitten um ein Stück davon.
Diplomatie, zum Teufel, ist doch nur ein schicker Name für die Kunst, den anderen davon zu
überzeugen, dass dein Messer stumpfer ist, als es tatsächlich ist. Oder schärfer, je nachdem, was
gerade passt. Russland. Ein Name, der in diesen Tagen klingt wie das Rollen von Donner am Horizont,
ein Donner, der mal weit weg ist und mal direkt über dem eigenen Schädel explodiert. Und nun wollen
sie also reden. *Ich nehme einen Schluck des kalten Kaffees und verziehe das Gesicht.* Schmeckt
nach alten Zeitungen und unerfüllten Versprechen.
Manche Leute sammeln Briefmarken, andere sammeln Allianzen, die so brüchig sind wie die Nerven
eines Spielers am Roulettetisch. Österreich hat Interesse. Natürlich haben sie das. Jeder hat
Interesse, wenn es ums Geschäft geht, und die Geschäfte der Weltpolitik sind die dreckigsten von
allen. Es geht nie um Frieden, nicht wirklich. Es geht um Einfluss, um die paar Groschen, die man
aus der Tasche des anderen ziehen kann, ohne dass es gleich nach Diebstahl aussieht. Es ist wie mit
meiner Vermieterin, die immer lächelt, wenn sie die Miete erhöht, und dabei so tut, als sei sie die
gute Seele, die nur das Beste für einen will.
Diese ewigen Hin- und Her-Spielchen. Die großen Jungs im Sandkasten werfen wieder mit Förmchen und
rufen, wer am besten bauen kann, während die kleinen Kinder ringsum nur hoffen, dass sie nicht mit
Sand beworfen werden. Russland, dieses dunkle Biest im Osten, das mal knurrt und mal leise
schnurrt, je nachdem, wer gerade vorbeikommt und ein Stück Fleisch fallen lässt. Und Österreich,
dieser kleine Hofstaat, der glaubt, er könne den Löwen zähmen, indem er ihm die Hand schüttelt. Ich
habe schon zu viele Händedrucke gesehen, die am Ende nichts als gebrochene Knochen hinterlassen
haben.
Die Welt dreht sich weiter, der Ventilator knarzt, und die Schlagzeilen von heute sind der Staub
von morgen. Kontakte. Als ob ein paar freundliche Worte die Kanonen zum Schweigen bringen könnten,
die längst geladen sind. Es ist ein Tanz, dieser ganze diplomatische Zirkus, ein langsamer,
gefährlicher Walzer, bei dem man nie weiß, wer am Ende auf wessen Zehen tritt oder wessen Genick
gebrochen wird. *Ich drücke die Kippe im Aschenbecher aus, ein kleiner Rauchring steigt auf und
verschwindet im Grau des Büros.* Manchmal wünschte ich, die Welt wäre so einfach wie ein guter
Bourbon: klar, direkt und mit einem ordentlichen Tritt in den Magen. Aber nein, sie muss immer
kompliziert sein, voller doppelter Böden und falscher Versprechen. Was bleibt, ist der Regen und
die Erkenntnis, dass sich unter der Oberfläche nie wirklich etwas ändert, nur die Namen der Spieler
und die Farbe ihrer Anzüge.
*The rain drums a soft staccato against the windowpane, as if trying to play a forgotten melody. Another gray day in a gray city, feeling like one of those endless cigarettes you smoke, even though you know it's not doing you any good. The coffee in my cup is cold, just like the trail in the Kowalski case, and the fan on the ceiling creaks like an old man climbing the stairs, audibly lamenting every bone crack.* I light a Lucky Strike, the last in the pack, and the smoke curls towards the ceiling, as if wanting to carry the nonsense playing out down here, unremarked, into eternal nothingness. *
And now, goddammit, am I supposed to worry about Austria and Russia, about ambassadors who suddenly discover an interest in contacts. Contacts. A pretty word, isn't it? Like one of those sleazy business cards you get slipped in shady establishments – promises a lot, usually delivers nothing. Austria, that little bandage on the map, wanting to make itself important again by sticking its head through the door that others prefer to sneak through. It's always the same game, ever since the first ape realized that you have more power with a branch than with bare fists: Some swing it, others ask for a piece of it.
Diplomacy, to hell with it, is just a fancy name for the art of convincing the other guy that your knife is duller than it actually is. Or sharper, depending on what's convenient. Russia. A name that sounds these days like the rolling of thunder on the horizon, a thunder that is sometimes far away and sometimes explodes right over your skull. And now they want to talk. *I take a sip of the cold coffee and grimace.* Tastes like old newspapers and unfulfilled promises.
Some people collect stamps, others collect alliances that are as fragile as the nerves of a gambler at the roulette table. Austria has an interest. Of course, they do. Everyone has an interest when it comes to business, and the affairs of world politics are the dirtiest of all. It's never about peace, not really. It's about influence, about the few pennies you can pull out of the other guy's pocket without it looking like theft. It's like my landlady, who always smiles when she raises the rent, acting like she's the kind soul who only wants the best for you.
These eternal back-and-forth games. The big boys in the sandbox are throwing around sand molds again and shouting about who can build the best, while the little kids all around just hope they don't get sand thrown at them. Russia, that dark beast in the east, sometimes growling and sometimes purring softly, depending on who happens to pass by and drop a piece of meat. And Austria, that little court, believing it can tame the lion by shaking its hand. I've seen too many handshakes that end up leaving nothing but broken bones.
The world keeps turning, the fan creaks, and today's headlines are tomorrow's dust. Contacts. As if a few friendly words could silence the cannons that have long been loaded. It's a dance, this whole diplomatic circus, a slow, dangerous waltz where you never know who's going to step on whose toes in the end, or whose neck is going to be broken. *I stub out the cigarette in the ashtray, a small ring of smoke rises and disappears into the gray of the office.* Sometimes I wish the world was as simple as a good bourbon: clear, direct, and with a good kick in the gut. But no, it always has to be complicated, full of double bottoms and false promises. What remains is the rain and the realization that nothing ever really changes beneath the surface, only the names of the players and the color of their suits.
ZURICH, 15. Februar
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Neue Kontakte zwischen Österreich und Russland
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- *Wien/Moskau:* In einer überraschenden Wendung haben sowohl österreichische als auch russische
Diplomaten neue Gesprächsrunden angekündigt.
- *Österreichische Delegation in Moskau erwartet:* Die Delegation unter der Leitung von Außenminister
Edelmann wird in den kommenden Tagen in Moskau erwartet, um über wirtschaftliche und politische
Zusammenarbeit zu sprechen.
- *Russland zeigt sich gesprächsbereit:* Ein Sprecher des russischen Außenministeriums betonte die
Bereitschaft Russlands, in einen konstruktiven Dialog mit Österreich zu treten.
- *Kritische Stimmen werden laut:* Beobachter sehen die Annäherung mit Skepsis und warnen vor zu großen
Erwartungen.
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*Die Wiener Kaffeehäuser sind voll von Spekulationen, und die Zeitungen drucken Schlagzeilen, die
sich lesen wie Drehbücher für einen Spionagefilm.* *In den dunklen Gassen der Stadt tuschelt man über
Deals und Doppelspiele, und die Wahrheit scheint so schwer fassbar wie ein Fisch im trüben Wasser.*
Kim Benet, 15. Februar 2026
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ZURICH, February 15
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New contacts between Austria and Russia
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- *Vienna/Moscow:* In a surprising turn, both Austrian and Russian diplomats have announced new rounds of talks.
- *Austrian delegation expected in Moscow:* The delegation, led by Foreign Minister Edelmann, is expected in Moscow in the coming days to discuss economic and political cooperation.
- *Russia shows willingness to talk:* A spokesman for the Russian Foreign Ministry emphasized Russia's readiness to enter into a constructive dialogue with Austria.
- *Critical voices are growing louder:* Observers view the rapprochement with skepticism and warn against excessive expectations.
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*The Viennese coffee houses are full of speculation, and the newspapers are printing headlines that read like scripts for a spy film.* *In the dark alleys of the city, people whisper about deals and double games, and the truth seems as elusive as a fish in murky water.*
Kim Benet, February 15, 2026
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