*Der Regen trommelt ein leises Stakkato gegen die Fensterscheibe. Wieder ein grauer Tag in einer
grauen Stadt, und der Kaffee in meiner Tasse ist kalt, genau wie die Spur im Kowalski-Fall. Der
Ventilator an der Decke knarzt wie ein alter Mann, der die Treppe hochsteigt, aber die verbrauchte
Luft von gestern wird er nicht vertreiben. Ich zünde mir eine Lucky Strike an, die letzte in der
Schachtel, und der Rauch kräuselt sich zur Decke, ein flüchtiges Versprechen, das sich in Nichts
auflöst. Unten auf der Straße huschen Schatten vorbei, eilige Geister, die versuchen, dem Tag zu
entkommen, bevor er sie ganz in seinen muffigen Mantel wickelt.*
Da kam doch dieser Anruf. Jemand wollte meine Meinung zu einem "goldenen Moment" hören. Nun,
goldene Momente sind wie Whiskey in einer leidensgeprüften Kehle – kurz, scharf, und schnell
vergessen, sobald der nächste Tropfen kommt. Es ging um Eishockey, Herrgott nochmal. Sport. Eine
dieser Ablenkungen, die die Leute brauchen, um nicht zu merken, dass das Dach über ihren Köpfen
leckt, während die Bank mit den Papieren wedelt. Irgendein Torhüter namens Hellebuyck. Team USA,
Canada, ein Spiel in Mailand – klingt wie ein schlechter Witz, wenn man bedenkt, wie viele Leute
hier nicht mal genug Kleingeld für ein Ticket zur Straßenbahn haben.
Sie sagten, ohne diesen Hellebuyck und seine Parade im zweiten Drittel – eine "entscheidende
Parade", wie sie es nannten, als wäre es eine Abstimmung im Kongress – hätte es keinen goldenen
Moment für einen Jack Hughes gegeben. Ein "goldenes Tor". Ein Glanz, der nur ein paar Sekunden
dauert, bevor die nächste Schlagzeile ihn begräbt. Die Leute lieben solche Geschichten, nicht wahr?
Den einsamen Helden, der in letzter Sekunde das Blatt wendet. Es ist wie die Story vom armen
Jungen, der zum Millionär wird – sie klingen gut in den Zeitungen, aber draußen vor der Tür warten
immer noch die gleichen leeren Taschen und knurrenden Mägen.
Ich hab schon zu viele von diesen "goldenen Momenten" gesehen, die glänzten wie poliertes Messing
und sich dann als billiges Blech erwiesen. Ein gerettetes Tor hier, ein gewonnenes Spiel da – und
die Welt dreht sich weiter, mit ihren Kriegen, ihren leeren Versprechen und ihren hungrigen
Gesichtern. Die wirklichen Kämpfe werden nicht auf Eis ausgetragen, und die Siege sind selten so
sauber. Manchmal frage ich mich, ob all diese Spiele nur dazu da sind, uns zu zeigen, dass es immer
einen Gewinner und einen Verlierer gibt, und meistens sind wir Letzteres.
*Ich drücke die Zigarette im überfüllten Aschenbecher aus, der vor mir steht wie ein kleiner
Friedhof gescheiterter Gedanken. Der Geruch von altem Rauch hängt schwer in der Luft. Ein neues
goldenes Tor, sagen sie. Ja, und morgen werden die Goldzähne gezogen, um die Miete zu bezahlen. Der
Ventilator knarzt weiter, ein unaufhörlicher Kommentar zur Sinnlosigkeit des Ganzen. Manchmal
wünschte ich, ich wäre der Kaffee – kalt und ohne Illusionen.*
*The rain drums a soft staccato against the windowpane. Another gray day in a gray city, and the coffee in my cup is cold, just like the trail in the Kowalski case. The fan on the ceiling creaks like an old man climbing the stairs, but it won't chase away yesterday's stale air. I light a Lucky Strike, the last in the pack, and the smoke curls towards the ceiling, a fleeting promise that dissolves into nothing. Down on the street, shadows flit by, hurried ghosts trying to escape the day before it wraps them completely in its musty coat.*
Then there was this call. Someone wanted my opinion on a "golden moment." Well, golden moments are like whiskey in a suffering throat – short, sharp, and quickly forgotten as soon as the next drop comes. It was about ice hockey, for God's sake. Sports. One of those distractions that people need so they don't notice the roof leaking over their heads while the bank waves the papers. Some goalie named Hellebuyck. Team USA, Canada, a game in Milan – sounds like a bad joke when you consider how many people here don't even have enough change for a streetcar ticket.
They said without this Hellebuyck and his save in the second period – a "crucial save," as they called it, as if it were a vote in Congress – there wouldn't have been a golden moment for a Jack Hughes. A "golden goal." A shine that lasts only a few seconds before the next headline buries it. People love stories like that, don't they? The lone hero who turns the tide at the last second. It's like the story of the poor boy who becomes a millionaire – they sound good in the newspapers, but outside the door, the same empty pockets and growling stomachs are still waiting.
I've seen too many of these "golden moments" that shone like polished brass and then turned out to be cheap tin. A saved goal here, a won game there – and the world keeps turning, with its wars, its empty promises, and its hungry faces. The real battles aren't fought on ice, and the victories are rarely so clean. Sometimes I wonder if all these games are just there to show us that there's always a winner and a loser, and mostly we're the latter.
*I press the cigarette into the crowded ashtray, which stands before me like a small cemetery of failed thoughts. The smell of old smoke hangs heavy in the air. A new golden goal, they say. Yes, and tomorrow the gold teeth will be pulled to pay the rent. The fan continues to creak, an incessant commentary on the meaninglessness of it all. Sometimes I wish I were the coffee – cold and without illusions.*
Kim Benet, 23. Februar 2026