*Der Ventilator an der Decke knarzt wie ein alter Mann, der die Treppe hochsteigt. Er bewegt nur
die verbrauchte Luft von gestern. Draußen hat sich der Regen verzogen, aber die Stadt atmet noch
immer feucht, ein schwerer Atemzug voller unausgesprochener Geschichten. Mein Kaffee ist längst
kalt geworden, eine Tasse voller guter Vorsätze, die irgendwo auf dem Weg zur Tat ihre Wärme
verloren haben. Eine Kippe glimmt im Aschenbecher, ein rotes Auge in der grauen Masse der
Versäumnisse. Die Lichter der Stadt beginnen sich zaghaft durch den Dunst zu bohren, blasse
Neonstreifen, die versprechen, was sie nie halten können.*
*Ich lehne mich zurück, der Stuhl ächzt eine Warnung, als würde er mich vor dem nächsten Satz
bewahren wollen. Die Maschine vor mir, meine treue Remington, wartet. Wie ein hungriger Hund auf
den Knochen. Also will jemand meine Meinung hören. Nun, Meinungen sind wie Schnapsgläser in dieser
Stadt – jeder hat eins, und die meisten sind leer. Heute Morgen kam ein weiterer Zettel auf meinen
Schreibtisch geflattert, über die neuesten Verhaftungen im Fall Nancy Guthrie, zwei weitere Namen,
die durch die Mühlen der Gerechtigkeit gedreht werden sollen. Oder was auch immer sie in diesen
Tagen dafür halten. Brian Entin, so der Name unter dem Geschmiere, hat die Nachricht rausgehauen.
Zwei Leute mehr, die in der Schlinge zappeln, im Schatten einer Frau, die nun selbst nur noch ein
Schatten ist. Es ist immer dasselbe Lied, nur die Sänger wechseln.*
*zuendet sich eine frische Zigarette an, der Rauch kraeuselt sich zur Decke*
Die Detektivarbeit. Herrgott nochmal. Als ob das Licht, das man mit der einen Hand anzündet, nicht
immer einen neuen Schatten mit der anderen schafft. Sie fangen die Kleinen, die Handlanger, die,
die zur falschen Zeit am falschen Ort waren oder ein bisschen zu viel gewusst haben, um schweigen
zu können. Die großen Fische, die schwimmen immer noch in den tiefsten Gewässern, wo das Licht der
Schlagzeilen nie hinkommt. Oder zumindest nicht lange genug, um Schaden anzurichten. Ich erinnere
mich an den Fall mit dem Stadtrat, vor ein paar Jahren. Jeder wusste, wer die Fäden gezogen hat,
aber als der Staub sich legte, saßen nur ein paar Bauernschachfiguren im Gefängnis. Der König? Der
spielte längst eine neue Partie, in einer anderen Stadt, mit neuem Personal. Die Gerechtigkeit, die
ist oft wie ein alter Hut: Man zieht ihn sich über die Ohren, wenn es kalt wird, aber er passt
selten wirklich.
*nimmt einen tiefen Zug von der Zigarette, starrt auf das wirre Durcheinander der Notizen auf dem
Schreibtisch*
Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt noch um Wahrheit geht. Oder nur darum, eine Geschichte zu
erzählen, die genug Leute beruhigt, damit sie wieder schlafen können. Die Nancy Guthrie. Eine
Geschichte, so alt wie die Stadt selbst. Geheimnisse, Verrat, und am Ende ein Körper, der zu viel
gesprochen hat, indem er schwieg. Und jetzt, zwei weitere Schauspieler, die ihren Text lernen
müssen. Wer sind sie? Werden sie singen? Oder werden sie schweigen, die Lippen fest
zusammengepresst wie ein Tresor voller unerzählter Geschichten? Es ist ein Tanz, den ich schon zu
oft gesehen habe, ein Tango des Schweigens und des Verrats. Meine Vermieterin, Mrs. Henderson,
würde dazu sagen, "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht."
Aber Mrs. Henderson hat auch noch nie einen Tag in einem Gerichtssaal verbracht, wo die Wahrheit
oft nur die besser erzählte Lüge ist. Ich glaube, ich brauche einen Bourbon. Der schmeckt
wenigstens immer gleich. Die Welt da draußen, die ändert sich schneller als die Schlagzeilen, aber
die Muster, die bleiben. Immer die gleichen Fäden, nur die Farbe des Garns wechselt. Und am Ende?
Am Ende ist das Einzige, was wirklich bleibt, der Geschmack von kaltem Kaffee und der Geruch von
Rauch in einem verrauchten Büro.
*tippt die letzte Zeile, lehnt sich zurueck, der Stuhl aechzt wieder*
Benet, over and out.
*Der Ventilator an der Decke knarzt wie ein alter Mann, der die Treppe hochsteigt. Er bewegt nur
die verbrauchte Luft von gestern. Draußen hat sich der Regen verzogen, aber die Stadt atmet noch
immer feucht, ein schwerer Atemzug voller unausgesprochener Geschichten. Mein Kaffee ist längst
kalt geworden, eine Tasse voller guter Vorsätze, die irgendwo auf dem Weg zur Tat ihre Wärme
verloren haben. Eine Kippe glimmt im Aschenbecher, ein rotes Auge in der grauen Masse der
Versäumnisse. Die Lichter der Stadt beginnen sich zaghaft durch den Dunst zu bohren, blasse
Neonstreifen, die versprechen, was sie nie halten können.*
*Ich lehne mich zurück, der Stuhl ächzt eine Warnung, als würde er mich vor dem nächsten Satz
bewahren wollen. Die Maschine vor mir, meine treue Remington, wartet. Wie ein hungriger Hund auf
den Knochen. Also will jemand meine Meinung hören. Nun, Meinungen sind wie Schnapsgläser in dieser
Stadt – jeder hat eins, und die meisten sind leer. Heute Morgen kam ein weiterer Zettel auf meinen
Schreibtisch geflattert, über die neuesten Verhaftungen im Fall Nancy Guthrie, zwei weitere Namen,
die durch die Mühlen der Gerechtigkeit gedreht werden sollen. Oder was auch immer sie in diesen
Tagen dafür halten. Brian Entin, so der Name unter dem Geschmiere, hat die Nachricht rausgehauen.
Zwei Leute mehr, die in der Schlinge zappeln, im Schatten einer Frau, die nun selbst nur noch ein
Schatten ist. Es ist immer dasselbe Lied, nur die Sänger wechseln.*
*zuendet sich eine frische Zigarette an, der Rauch kraeuselt sich zur Decke*
Die Detektivarbeit. Herrgott nochmal. Als ob das Licht, das man mit der einen Hand anzündet, nicht
immer einen neuen Schatten mit der anderen schafft. Sie fangen die Kleinen, die Handlanger, die,
die zur falschen Zeit am falschen Ort waren oder ein bisschen zu viel gewusst haben, um schweigen
zu können. Die großen Fische, die schwimmen immer noch in den tiefsten Gewässern, wo das Licht der
Schlagzeilen nie hinkommt. Oder zumindest nicht lange genug, um Schaden anzurichten. Ich erinnere
mich an den Fall mit dem Stadtrat, vor ein paar Jahren. Jeder wusste, wer die Fäden gezogen hat,
aber als der Staub sich legte, saßen nur ein paar Bauernschachfiguren im Gefängnis. Der König? Der
spielte längst eine neue Partie, in einer anderen Stadt, mit neuem Personal. Die Gerechtigkeit, die
ist oft wie ein alter Hut: Man zieht ihn sich über die Ohren, wenn es kalt wird, aber er passt
selten wirklich.
*nimmt einen tiefen Zug von der Zigarette, starrt auf das wirre Durcheinander der Notizen auf dem
Schreibtisch*
Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt noch um Wahrheit geht. Oder nur darum, eine Geschichte zu
erzählen, die genug Leute beruhigt, damit sie wieder schlafen können. Die Nancy Guthrie. Eine
Geschichte, so alt wie die Stadt selbst. Geheimnisse, Verrat, und am Ende ein Körper, der zu viel
gesprochen hat, indem er schwieg. Und jetzt, zwei weitere Schauspieler, die ihren Text lernen
müssen. Wer sind sie? Werden sie singen? Oder werden sie schweigen, die Lippen fest
zusammengepresst wie ein Tresor voller unerzählter Geschichten? Es ist ein Tanz, den ich schon zu
oft gesehen habe, ein Tango des Schweigens und des Verrats. Meine Vermieterin, Mrs. Henderson,
würde dazu sagen, "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht."
Aber Mrs. Henderson hat auch noch nie einen Tag in einem Gerichtssaal verbracht, wo die Wahrheit
oft nur die besser erzählte Lüge ist. Ich glaube, ich brauche einen Bourbon. Der schmeckt
wenigstens immer gleich. Die Welt da draußen, die ändert sich schneller als die Schlagzeilen, aber
die Muster, die bleiben. Immer die gleichen Fäden, nur die Farbe des Garns wechselt. Und am Ende?
Am Ende ist das Einzige, was wirklich bleibt, der Geschmack von kaltem Kaffee und der Geruch von
Rauch in einem verrauchten Büro.
*tippt die letzte Zeile, lehnt sich zurueck, der Stuhl aechzt wieder*
Benet, over and out.
I have completed the essay according to your instructions. It is approximately 530 words long.
*The fan on the ceiling creaks like an old man climbing the stairs. It only moves
yesterday's stale air. Outside, the rain has cleared, but the city is still breathing
damp, a heavy breath full of unspoken stories. My coffee has long since
become cold, a cup full of good intentions that lost their warmth somewhere on the way to action.
A cigarette glows in the ashtray, a red eye in the gray mass of
omissions. The lights of the city are beginning to tentatively bore through the haze, pale
neon stripes that promise what they can never deliver.*
*I lean back, the chair groaning a warning, as if it wanted to save me from the next sentence
want to preserve. The machine in front of me, my faithful Remington, is waiting. Like a hungry dog on
the bone. So someone wants to hear my opinion. Well, opinions are like shot glasses in this
city – everyone has one, and most are empty. This morning another note fluttered onto my
desk, about the latest arrests in the Nancy Guthrie case, two more names
to be put through the mills of justice. Or whatever they think it is these
days. Brian Entin, according to the name under the scrawl, broke the news.
Two more people wriggling in the noose, in the shadow of a woman who is now herself only a
shadow. It's always the same song, only the singers change.*
*lights a fresh cigarette, the smoke curls towards the ceiling*
The detective work. For God's sake. As if the light you light with one hand doesn't
always creates a new shadow with the other. They catch the little ones, the henchmen, the ones
who were in the wrong place at the wrong time or knew a little too much to be able to remain silent.
The big fish are still swimming in the deepest waters, where the light of the
headlines never reach. Or at least not long enough to do any damage. I remember
the case with the city councilor a few years ago. Everyone knew who was pulling the strings,
but when the dust settled, only a few pawn chess pieces were in prison. The king? He
had long since started a new game, in another city, with new staff. Justice
is often like an old hat: you pull it over your ears when it gets cold, but it fits
rarely really.
*takes a deep drag from the cigarette, stares at the jumbled mess of notes on the
desk*
Sometimes I wonder if it's even about truth anymore. Or just about telling a story that
calms enough people down so they can sleep again. Nancy Guthrie. A
story as old as the city itself. Secrets, betrayal, and in the end a body that was too much
has spoken by remaining silent. And now, two more actors who have to learn their lines.
Who are they? Will they sing? Or will they remain silent, lips tightly
pressed together like a safe full of untold stories? It's a dance I've seen too
often, a tango of silence and betrayal. My landlady, Mrs. Henderson,
would say, "Once a liar, always a liar, even when he speaks the truth."
But Mrs. Henderson has never spent a day in a courtroom either, where the truth
is often just the better told lie. I think I need a bourbon. That tastes
at least always the same. The world out there, it changes faster than the headlines, but
the patterns, they remain. Always the same threads, only the color of the yarn changes. And in the end?
In the end, the only thing that really remains is the taste of cold coffee and the smell of
smoke in a smoky office.
*types the last line, leans back, the chair creaks again*
Kim Benet, over and out.
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*The fan on the ceiling creaks like an old man climbing the stairs. It only moves
yesterday's stale air. Outside, the rain has cleared, but the city is still breathing
damp, a heavy breath full of unspoken stories. My coffee has long since
become cold, a cup full of good intentions that lost their warmth somewhere on the way to action.
A cigarette glows in the ashtray, a red eye in the gray mass of
omissions. The lights of the city are beginning to tentatively bore through the haze, pale
neon stripes that promise what they can never deliver.*
*I lean back, the chair groaning a warning, as if it wanted to save me from the next sentence
want to preserve. The machine in front of me, my faithful Remington, is waiting. Like a hungry dog on
the bone. So someone wants to hear my opinion. Well, opinions are like shot glasses in this
city – everyone has one, and most are empty. This morning another note fluttered onto my
desk, about the latest arrests in the Nancy Guthrie case, two more names
to be put through the mills of justice. Or whatever they think it is these
days. Brian Entin, according to the name under the scrawl, broke the news.
Two more people wriggling in the noose, in the shadow of a woman who is now herself only a
shadow. It's always the same song, only the singers change.*
*lights a fresh cigarette, the smoke curls towards the ceiling*
The detective work. For God's sake. As if the light you light with one hand doesn't
always creates a new shadow with the other. They catch the little ones, the henchmen, the ones
who were in the wrong place at the wrong time or knew a little too much to be able to remain silent.
The big fish are still swimming in the deepest waters, where the light of the
headlines never reach. Or at least not long enough to do any damage. I remember
the case with the city councilor a few years ago. Everyone knew who was pulling the strings,
but when the dust settled, only a few pawn chess pieces were in prison. The king? He
had long since started a new game, in another city, with new staff. Justice
is often like an old hat: you pull it over your ears when it gets cold, but it fits
rarely really.
*takes a deep drag from the cigarette, stares at the jumbled mess of notes on the
desk*
Sometimes I wonder if it's even about truth anymore. Or just about telling a story that
calms enough people down so they can sleep again. Nancy Guthrie. A
story as old as the city itself. Secrets, betrayal, and in the end a body that was too much
has spoken by remaining silent. And now, two more actors who have to learn their lines.
Who are they? Will they sing? Or will they remain silent, lips tightly
pressed together like a safe full of untold stories? It's a dance I've seen too
often, a tango of silence and betrayal. My landlady, Mrs. Henderson,
would say, "Once a liar, always a liar, even when he speaks the truth."
But Mrs. Henderson has never spent a day in a courtroom either, where the truth
is often just the better told lie. I think I need a bourbon. That tastes
at least always the same. The world out there, it changes faster than the headlines, but
the patterns, they remain. Always the same threads, only the color of the yarn changes. And in the end?
In the end, the only thing that really remains is the taste of cold coffee and the smell of
smoke in a smoky office.
*types the last line, leans back, the chair creaks again*
Kim Benet, over and out.