*Die Luft in dieser Stadt riecht nach Schweiß, Benzin und der bitteren Ironie der Geschichte. Irgendwo in der Ferne brüllt ein Motorenkonzern über die ökonomische Ausbeutung der Karibik, während die Straßen von Havanna im Dunkeln versinken – nicht aus Mangel an Öl, sondern aus der Gnade der US-Sanktionen. Die Kamera zoomt heran, scharf genug, um die Risse im System zu sehen, die niemand reparieren will. Denn wer profitiert schon von der Armut der Anderen?*
Die USA haben Venezuela mit einer ökonomischen Keule verprügelt, die selbst die härtesten Diktatoren des Kalten Kriegs eifersüchtig gemacht hätte. Die Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor sind kein Akt der Gerechtigkeit – sie sind ein strategischer Schachzug, um die Region umzuprogrammieren. Und während Caracas blutet, lacht Wall Street. Die US-Regierung hat die Ausnahmegenehmigungen für venezolanisches Öl schrittweise gestrichen, als wäre es ein lästiger Nachbar, dessen Strom man nicht mehr duldet. Doch was bleibt, ist nicht nur ein ökonomischer Zusammenbruch, sondern ein politisches Erdbeben, das die Machtverhältnisse in Lateinamerika neu justiert – und zwar zugunsten derer, die schon immer am längsten die Fäden gezogen haben.
*Regieanweisung: Die Kamera bleibt auf einem verlassenen Ölfeld in Venezuela, wo einst tausende Arbeiter schufteten. Jetzt steht nur noch rostiges Gerät im Dreck. Ein Vogel pickt an einem kaputten Rohr. Die Musik ist ein langsames, trauriges Saxophon – wie ein Abgesang auf eine verlorene Ära.*
Die USA haben lange darauf gewartet, dass Venezuela – einst der viertgrößte Ölexporteur der Welt – zu einem zahnlosen Tiger verkommt. Und jetzt, wo die Lieferungen nach Kuba drastisch eingedampft wurden, ist das karibische Inselreich nicht nur in einer Energiekrise, sondern am Rande eines wirtschaftlichen Kollapses. US-Präsident Donald Trump jubelte kürzlich, Kuba sei „kurz vor dem Fall“, als hätte er selbst den Knopf gedrückt. Doch die Wahrheit ist viel schmutziger: Kuba war schon immer ein strategisches Pionierfeld für die USA – mal als Cold-War-Stellung, mal als Touristenparadies, mal als Versuchsfeld für ökonomische Experimente. Und jetzt, da das venezolanische Öl wegbricht, wird Havanna noch mehr unter die Lupe genommen. Die Frage ist nicht, ob Kuba fällt – sondern wer dann die Stücke aufteilt.
*Atmosphäre: Ein kubanischer Schwarzmarkt. Händler flüstern sich Preise zu. Eine Frau kauft mit Dollar, die sie in einer Socke versteckt hat. Irgendwo in der Ferne ein Sirenengeheul – nicht von der Polizei, sondern vom Hunger.*
Die Sanktionen sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis jahrzehntelanger Planung, bei der die USA systematisch die ökonomische Basis ihrer Gegner untergraben haben. Während Europa und China langsam, aber sicher ihre Abhängigkeit von US-Dollar und US-Märkten reduzieren, sitzen die USA noch immer auf dem Ölthron der Welt. Doch Lateinamerika – insbesondere Venezuela – war immer ein Problemkind. Die USA haben es nie wirklich geliebt, dass ein sozialistisches Regime so viel Öl kontrollierte, das eigentlich ihnen gehören sollte. Also haben sie die Keule geschwungen. Und jetzt, wo das Öl nicht mehr fließt, wird klar: Es geht nicht um Demokratie. Es geht um Kontrolle.
*Regieanweisung: Ein Öl-Tanker liegt vor einem venezolanischen Hafen. Die Kamera zoomt auf die leeren Tanks. Ein Arbeiter steigt aus dem Schiff, sein Gesicht eine Maske aus Erschöpfung. Er wirft einen Blick auf die leeren Regale. Dann geht er weg. Die Kamera bleibt auf dem leeren Hafen. Stille.*
Die kubanische Universität für Informationswissenschaften – ja, *das* ist kein Witz. Selbst in der Krise findet die Revolution ihre kreativen Wege. Doch selbst diese Institute können nicht die Lücken füllen, die durch das Versiegen des venezolanischen Öls entstanden sind. Und während Havanna versucht, sich über Tourismus und Dienste zu retten, bleibt die Frage: Wie lange kann ein System überleben, das von der Gnade eines anderen abhängt? Die USA haben Kuba schon oft an die Wand gedrückt – und jedes Mal hat das karibische Volk gelitten. Doch diesmal ist etwas anders. Die Welt schaut zu. Und die USA wissen das.
*Atmosphäre: Ein kubanischer Nachtclub. Die Musik ist noch laut, aber die Lichter flackern. Die Gäste trinken teuren Rum, als wäre es ein Akt des Widerstands. Irgendwo im Hintergrund ein Radio – es sendet Nachrichten über sinkende Öllieferungen. Die Stimmung ist angespannt, aber niemand sagt es laut.*
Am Ende geht es nicht um Öl. Es geht um Macht. Es geht darum, wer entscheidet, wer lebt und wer stirbt in dieser Region. Die USA haben Venezuela und Kuba mit einer strategischen Keule bearbeitet, während sie selbst weiter an den Märkten verdienen. Die Sanktionen sind kein Akt der Menschlichkeit – sie sind ein Akt der Dominanz. Und während die Menschen in Lateinamerika leiden, lachen die Wall-Street-Banker in ihren gläsernen Türmen. Denn am Ende gewinnt immer der, der die Regeln schreibt. Und die Regeln schreibt nicht Maduro. Nicht Castro. Sondern die, die über die Dollar und die Öltanker entscheiden.