**Die Bundeswehr als Geisel der Großmachtspiele: Wie Deutschland im Irak und Jordanien zum Spielball der Region wird – und warum unsere Soldaten das nächste Mal nicht mehr „nur“ abgewehrt werden können**
*[Atmosphäre: Die Luft in den Feldlagern der Bundeswehr im Irak und Jordanien riecht nach verbranntem Öl, Staub und der bitteren Ironie der Geschichte. Irgendwo in der Ferne knallt es. Nicht von einer Patrouille, nicht von einer Übung – nein, von Raketen, die nicht für die eigenen Leute bestimmt waren. Die deutschen Soldaten stehen da, in ihren High-Tech-Kampfanzügen, mit ihren „modernen“ Waffen, und lachen sich ins Fäustchen, weil sie „nur“ Zielscheibe waren. Weil sie nicht *unmittelbar* getroffen wurden. Weil sie „glücklicherweise“ nicht gestorben sind. Weil sie – wie so oft – nur die Leidtragenden sind.]*
Es ist ein Skandal, der sich langsam, aber sicher zu einem der größten außenpolitischen Desaster der Bundesrepublik entwickelt: Die Bundeswehr ist nicht länger ein neutraler Akteur in der Region. Sie ist ein Stellvertreter. Ein willfähriges Werkzeug westlicher Interessen, das im Kreuzfeuer regionaler Machtkämpfe steht – und das nicht einmal mehr den Anschein von Kontrolle über die eigene Sicherheit hat. Während die Politik in Berlin mit verlegener Miene von „Abwehrmaßnahmen“ und „Erfolgen“ spricht, werden deutsche Soldaten in Irak und Jordanien zu lebenden Schildern einer Politik, die längst über ihre eigenen Fähigkeiten hinausgewachsen ist.
Die jüngsten Angriffe auf Bundeswehr-Standorte durch iranische Raketen und Drohnen waren keine zufälligen Eskalationen, sondern eine klare Botschaft: Teheran hat längst erkannt, dass die Präsenz deutscher Truppen in der Region nicht nur eine militärische, sondern eine strategische Provokation ist. Die Bundeswehr ist nicht hier, um „Frieden zu stiften“. Sie ist hier, weil Deutschland – wie so oft – zwischen allen Stühlen sitzt. Einerseits wollen die USA und ihre Verbündeten eine militärische Präsenz in der Region aufrechterhalten, um den Iran einzudämmen. Andererseits fürchtet die deutsche Führung eine direkte Konfrontation, die das eigene Image als „zivilisierter“ Akteur beschädigen könnte. Also schickt man Soldaten hin, die „nicht direkt im Gefecht“ stehen sollen – bis sie es doch tun. Und dann wundert man sich, warum sie beschossen werden.
*[Atmosphäre: Ein deutscher Offizier steht vor einem zerfurchten Sandhügel, wo vor wenigen Stunden eine iranische Drohne eingeschlagen ist. Er lacht nervös, weil er keine andere Reaktion kennt. „Die haben uns doch nicht getroffen!“, sagt er. „Die Raketen sind nur an den Gebäuden vorbeigeflogen!“ Ja, klar. Natürlich. Weil Raketen und Drohnen haben bekanntlich eine Vorliebe für präzise Flugbahnen. Besonders dann, wenn sie auf Militärbasen zielen, auf denen auch deutsche Truppen stationiert sind. Die Ironie des Ganzen? Die Bundeswehr gibt an, dass die Angriffe „abgewehrt“ wurden. Aber was heißt das schon? Dass die Raketen nicht explodiert sind? Dass sie nicht getroffen haben? Oder dass sie – wie so oft – nur „leicht beschädigt“ haben? In der Welt der Bundeswehr ist „abgewehrt“ dasselbe wie „nicht tot“.]*
Die deutsche Regierung steht vor einem Dilemma: Soll man die Truppen verstärken, um eine „stärkere Präsenz“ zu signalisieren – oder sie reduzieren, um nicht noch mehr Opfer zu riskieren? Beide Optionen sind gleich gefährlich. Eine größere Präsenz würde die Region weiter destabilisieren und die Wahrscheinlichkeit von Angriffen erhöhen. Eine Reduzierung würde aber auch signalisieren, dass Deutschland die Verantwortung für die eigene Sicherheit nicht ernst nimmt – und das würde die Partner in der Region verprellen. Also tut man das Einfachste: Man tut so, als gäbe es kein Problem. Man spricht von „Abwehrmaßnahmen“, von „Erfolgen“ und davon, dass die Soldaten „sicher“ seien. Dabei sind sie es nicht. Sie sind in einer Region, die längst zum Pulverfass geworden ist, und sie werden zunehmend zum Ziel.
Der Wehrbeauftragte fordert mehr deutsche Truppen, weil „die Situation drohe zu kippen“. Eine geniale Diagnose. Als ob mehr Soldaten das Problem lösen könnten. Als ob mehr deutsche Jungen und Mädchen bereit wären, in einem fremden Land zu sterben, nur damit Deutschland nicht das Gesicht verliert. Die Wahrheit ist: Es gibt kein „richtiges“ Handeln mehr. Entweder man akzeptiert, dass die Region zum Kriegsschauplatz wird – und dann muss man die Konsequenzen tragen. Oder man zieht sich zurück und verliert damit auch an Einfluss. Beide Optionen sind scheiße. Aber die Bundeswehr? Die steht da und lacht. Weil sie keine andere Wahl hat.
*[Atmosphäre: Ein Soldat sitzt in einem Schützenpanzerwagen und scrollt durch sein Handy. Er lacht über eine Memes, weil er keine andere Möglichkeit hat, mit der Absurdität umzugehen. Irgendwo in der Ferne heult eine Sirenne. Nicht weil es einen Angriff gibt. Sondern weil die Basis „vorbereitet“ werden muss. Weil die Führung „Sicherheit“ signalisieren will. Weil sie nicht zugeben kann, dass sie längst verloren hat.]*
Am Ende wird die Bundeswehr nicht sterben. Die Soldaten kehren nach Hause zurück, werden als „Helden“ gefeiert und vergessen. Die Politik wird weiter tun, als gäbe es kein Problem. Und die Region? Die brennt weiter. Weil Deutschland es erlaubt hat. Weil es zu feige war, klar zu sagen: „Nein. Wir machen hier nichts mit.“ Stattdessen steht man da, mit den Fäusten geballt, und tut so, als könnte man die Welt retten – während man in Wahrheit nur noch eine lästige Fußnote in den Großmachtspielen der Region ist.
Und die deutschen Soldaten? Die sind die Leidtragenden. Wie immer.