**China’s $1,2 Billionen-Handelsüberschuss: Der industrielle Albtraum, den wir uns selbst eingebrockt haben**
*Regieanweisung: Die Kamera zoomt heran auf einen überfüllten Hafen in Shanghai, wo Containerstapler wie betrunkene Riesen durch eine Landschaft aus rostigen Stahlträgern und halbfertigen Fabriken fahren. Im Hintergrund ein gigantisches Plakat mit der Aufschrift: „Überkapazität ist ein Geschenk – solange du es nicht siehst.“*
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Die Zahlen sind da – wieder einmal. China hat im Jahr 2025 einen Handelsüberschuss von **1,2 Billionen Dollar** verbucht. Eine Summe, die selbst die optimistischsten Ökonomen der Welt zum Schaudern bringen sollte. Doch was bedeutet das wirklich? Dass China uns alle an der Nase herumführt? Dass es uns mit billigen Solarmodulen, Lithium-Ionen-Akkus und Textilwaren erstickt? Oder dass wir – ja, *wir*, die westlichen Demokratien – uns freiwillig in die Rolle des dummen Klienten begeben haben, der immer mehr kauft, während das Land, das uns bedient, gleichzeitig seine eigene Wirtschaft mit überflüssigen Fabriken, leeren Bürotürmen und Schuldenbergen erstickt?
Denn hier ist der Knackpunkt: Dieser Handelsüberschuss ist kein Zeichen von Stärke, sondern von **struktureller Selbstzerstörung**. China hat in den letzten Jahrzehnten eine Wirtschaft gebaut, die auf Überkapazität, staatlich gelenkte Investitionen und eine Abhängigkeit von Exporten setzt, die an eine Sucht erinnert. Die Welt kauft – weil es billiger ist, weil die Alternativen teurer oder politisch unangenehm sind. Doch irgendwann wird der Markt nicht mehr mitmachen. Irgendwann merkt die Welt, dass sie sich auf ein System eingelassen hat, das von innen heraus korrodiert.
*Regieanweisung: Schnitt zu einem leeren Büroturm in Chongqing. Die Kamera bleibt auf den unzähligen leeren Schreibtischen haften, während eine Stimme im Off sagt: „Wir haben die Zukunft gebaut – und sie ist aus Beton.“*
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Das Problem ist nicht, dass China zu viel produziert. Das Problem ist, dass *wir* zu wenig gegensteuern. Die USA haben sich in einen Handelskrieg mit sich selbst verstrickt: Einerseits buhlen sie mit Subventionen um eine „Aufblühende“ Halbleiterindustrie, andererseits schüren sie mit Zöllen auf chinesische Solarmodule genau die Art von Protektionismus, die langfristig die eigenen Hersteller erstickt. Die Europäer? Die starren wie versteinert auf Brüssel, wo Beamte in sauberen Anzügen über „grüne Transformationen“ debattieren, während die Fabriken in Polen und Deutschland stillstehen, weil die Energie zu teuer und die Arbeitskräfte zu teuer und die Bürokratie zu teuer ist.
China hingegen hat eine klare Strategie: **„First, kill the competition. Then, buy the world.“** Überkapazität ist kein Bug, sondern ein Feature. Wenn eine neue Fabrik in Xian Solarmodule produziert, die die Hälfte dessen kosten, was in Vietnam oder Europa hergestellt wird, dann ist das kein Zufall. Das ist *Design*. Das ist das Ergebnis von Jahrzehnten staatlicher Lenkung, von Subventionen, die private Investoren in den Wahnsinn treiben, und von einer Planwirtschaft, die sich als „Marktwirtschaft“ tarnt. Die Welt kauft – und China baut weiter. Und weiter. Und weiter.
*Regieanweisung: Montage von Bildern – ein chinesischer Investor, der in einem afrikanischen Land ein Kupferbergwerk kauft; ein US-Bauer, der seine Traktoren durch chinesische Modelle ersetzt; ein deutscher Manager, der vor einem leeren Werksgelände steht und in sein Kaffee trinkt, während eine Stimme sagt: „Sie haben uns die Werkzeuge gegeben, um uns selbst zu ruinieren.“*
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Doch hier kommt der wahre Skandal: **Wir lassen es zu.** Die westlichen Eliten – Politiker, Manager, Medien – reden zwar viel über „Entkopplung“ und „Reshoring“, aber die Zahlen lügen nicht. Die USA importierten 2025 mehr Elektronik aus China als je zuvor. Die EU kauft weiterhin Lithium aus China, obwohl sie selbst versucht, eine Batteriezellenindustrie aufzubauen. Die deutsche Autoindustrie, die sich so sehr über „Made in Germany“ aufspielt, lässt ihre Akkus weiterhin in China bauen. Warum? Weil es einfacher ist. Weil die Alternativen teurer sind. Weil niemand den Mut hat, die unangenehmen Fragen zu stellen.
Und dann ist da noch das große, unausgesprochene Tabu: **Was passiert, wenn China nicht mehr kaufen will?** Die USA haben ihre Schulden bei China auf über 1 Billion Dollar ansteigen lassen. Die Europäer sind genauso abhängig von chinesischen Anleihen und Infrastrukturprojekten. Irgendwann wird Peking sagen: „Genug ist genug.“ Irgendwann wird der Handelsüberschuss nicht mehr wachsen – und dann? Dann wird die Welt merken, dass sie sich auf ein System eingelassen hat, das von einem Land kontrolliert wird, das selbst am Abgrund steht.
*Regieanweisung: Die Kamera zoomt zurück auf die überfüllte Hafenanlage. Im Hintergrund ein gigantisches Schild: „China’s Next Move: You’ll Be Sorry.“ Dann Stille. Dann das Geräusch eines fallenden Containers.*
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Am Ende bleibt nur eine Frage: **Haben wir es gewusst?** Haben wir es *wollen*? Die Antwort liegt auf der Hand. Wir haben uns freiwillig in die Rolle des Klienten begeben, der immer mehr kauft, während das Land, das uns bedient, gleichzeitig seine eigene Wirtschaft mit Schulden und leeren Bürotürmen erstickt. Die Zahlen sind da – und sie sind schrecklich. Aber die Wahrheit ist noch schlimmer: **Wir haben es kommen sehen. Und wir haben nichts getan.**