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Zwei Verbannte, ein Bankschatten

Sie nennen es Fortschritt. Die Männer in Moskau und Teheran nennen es Partnerschaft. Verteidigung, Energie, Terrorismusbekämpfung, Industrie, Landwirtschaft, Kultur und Technologie — alles unter einem Dach, alles in einem Vertrag, unterzeichnet am siebzehnten Januar. Was sie nicht nennen: das Loch, das SWIFT in ihre Bilanzen gerissen hat.

Der iranische Botschafter Kazem Jalali sprach es aus, beinahe beiläufig, im iranischen Fernsehen. Ein vertraulicher Finanzkommunikationskanal, um SWIFT vollständig loszuwerden. Dahinter steht die iranische Zentralbank, ihr Sprecher Mostafa Ghamari Vafa, ihr Chef Mohammad Reza Farzin, der nach Moskau reiste. Dahinter steht ein Vertrag, der so breit ist, dass er alles schluckt und nichts preisgibt.

Auf russischer Seite kennen wir das Muster. SPFS wurde geboren, als die Aussicht auf den SWIFT-Ausschluss real wurde — eine strategische Antwort auf potenzielle Sanktionen. Heute laufen fast alle inländischen Transaktionen darüber. Der Binnenmarkt wurde umgestellt, die Abhängigkeit soll sinken. Was bleibt, ist das Eingeständnis: Wer ein eigenes System baut, hat im alten nichts mehr zu melden.

Die Alternative ist mehr als ein Zahlweg. Sie umfasst Finanz- und Internetinfrastrukturen gleichermaßen, gebaut, um westliche Sanktionen zu umgehen und technologische Unabhängigkeit zu stärken. Ein hoher Anspruch für zwei Länder, deren gemeinsame Währung die Not ist.

Man darf die Architektur nicht mit der Substanz verwechseln. Alternative Systeme können Transaktionen ermöglichen. Sie ersetzen nicht die globale Reichweite, nicht die Liquidität, nicht das Vertrauen, das über Jahrzehnte in SWIFTs Netzwerk eingewachsen ist. Ein Kanal im Schatten transportiert Geld, aber keine Kreditwürdigkeit.

Die Bilanz ist bekannt. Russlands Ausschluss aus SWIFT hat die internationalen Reserven dauerhaft schrumpfen lassen — Vermögensblockaden, Kapitalabflüsse, Notfallmaßnahmen der Zentralbank. SPFS ist das Gegenmittel, oder die Beruhigungspille. Teheran kauft jetzt die gleiche Medizin. Präsident Pezeshkian sprach von Kooperation ohne äußeren Einfluss, von guten Nachbarn, von Potenzial. Er verschwieg, dass äußerer Einfluss nur deshalb nicht nötig ist, weil man sich selbst ausgeschlossen hat.

Offen bleibt, wer in diesem neuen Kanal die Bücher führt. Offen bleibt, welche Liquidität ihn trägt, wenn der Druck steigt. Und offen bleibt, ob ein Vertrag, der sieben Sektoren umfasst, ein Schutzschild ist — oder ein Versteck für Zahlen, die niemand mehr prüft.

— — E. Wolff

◈ ENTITÄTEN IM GRAPH
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